Mit La traviata bringt das Theater Freiburg Giuseppe Verdis wohl berühmteste Oper auf die Bühne und richtet den Blick auf die Frau hinter einer der bekanntesten Tragödien der Operngeschichte. Regisseurin Victoria Stevens hinterfragt die über Generationen entstandenen Bilder rund um Violetta Valéry und erzählt ihre Geschichte aus einer neuen Perspektive.
Violetta Valéry weiß, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt. Schwer krank entscheidet sie sich dennoch, das Leben und die Liebe ein letztes Mal mit ganzer Intensität zu erleben. In Alfredo glaubt sie ihr Glück gefunden zu haben, doch gesellschaftliche Erwartungen und Vorurteile machen eine gemeinsame Zukunft unmöglich. Noch bevor sie stirbt, bestimmt sie selbst, wie ihre Geschichte in Erinnerung bleiben soll – als La traviata, die „vom Weg Abgekommene“.
Mit dieser Oper schuf Giuseppe Verdi einen seiner größten Erfolge und den dritten Teil seiner berühmten „trilogia popolare“. Inspiriert wurde er von der historischen Figur Marie Duplessis, deren kurzes Leben bereits Alexandre Dumas in Die Kameliendame literarisch verewigte. Verdi verwandelte die Geschichte in eine bewegende Oper über Liebe, Ausgrenzung und Selbstbestimmung.
Die Freiburger Inszenierung von Victoria Stevens löst sich dabei bewusst von der klassischen Opfererzählung. Durch das Spiel mit verschiedenen Zeitebenen und Bearbeitungsformen sucht sie nach der Persönlichkeit hinter der Legende und stellt die Frage, wer Violetta wirklich war – jenseits von Klischees, Romantisierung und gesellschaftlichen Zuschreibungen. So entsteht ein moderner Blick auf einen Opernklassiker, der bis heute nichts von seiner emotionalen Kraft verloren hat.
Premiere 28. November 2026

