Ein Mensch – wir stellen ihn uns traurig und fantasievoll vor – beschließt als fahrender Ritter in eine Welt zu ziehen, in der es längst keine Ritter mehr gibt. Ein Mensch – wir nennen ihn Quijote – sieht die Welt anders und deutet sie um zu einem Werk von Dämonen und Magie, gegen die gekämpft werden muss, um den Schwachen zu helfen.

Ein klappriges altes Pferd wird zu einem stolzen Ross namens Rosinante, ein verarmter Mann wird zum Knappen Sancho Panza, eine Frau aus einfachen Verhältnissen wird zur schönen Dulcinea. Quijote sucht das Abenteuer und zieht seit 1605 aus, um Herzen zu erobern und – natürlich – gegen Windmühlen und Gespenster zu kämpfen. Quijotes Abenteuer sind ein Beispiel für Erzählungen, in denen Menschen in konservativer Nostalgie gefangen sind und die Realität fortwährend ausblenden.
Doch was, wenn sich die Wirklichkeit nicht länger leugnen lässt? Oder wenn sich diese noch absurder zeigt als jede fantastische Vorstellung? – Doch Stopp! Braucht es nicht große Gegenentwürfe, ja fantastische Überschreibungen der sogenannten Realität, um Veränderungen herbeizuführen? Stellen wir uns Quijote doch einmal als einen progressiven, Utopien denkenden Menschen vor …
Der Regisseur Hannes Weiler befragt diesen Klassiker der Weltliteratur auf neue Perspektiven, die in unserer aller Gegenwart verankert sind.
Uraufführung  21. Oktober 2022
weitere Aufführungen: 23., 25., 26., 27., 28. und 29. Oktober, 2., 4., 5., 16. und 19. November, 25. Dezember 2022

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