PLAY BACH! jetzt im Herbst

Vom 9.-18. Oktober 2020 präsentieren wir eine Serie von 14 Konzerten an historischen Bach-Orten in Arnstadt, Weimar, Gotha, Erfurt, Jena, Mühlhausen und Meiningen. Play Bach! heißt es nun erneut, aber eben in abgewandelter, kompakter Form und mit allen Sicherheitsvorkehrungen, die die COVID-19-Situation von uns allen erfordert.

Den Auftakt macht ein Ensemble, das sich neu gegründet hat: Weimar Baroque. Die Musikerinnen und Musiker des Ensembles sind etablierte Hochschullehrer und Konzertmusiker, die sich gemeinsam mit dem ehemaligen Naumburger Wenzelsorganisten Hans Christian Martin auf die Suche machen, der endgültigen Interpretation Bachs näher zu kommen. Am 9. Oktober ist das Ensemble im Erfurter Dom St. Marien mit der Aufführung von Bachs berühmter Messe h-Moll zu erleben.

Mut zur kreativen Auseinandersetzung mit Bachs Werk beweist der englische Organist William Whitehead, der in Erfurt sein „Orgelbüchlein“-Projekt vorstellen wird. Er hat sich über die letzten Jahre mit dem Orgelbüchlein befasst, das zu einem Teil aus leeren Seiten besteht: Bach hat die Sammlung choralgebundener Orgelstücke nie abgeschlossen, obgleich die Partitur in den Überschriften schon angelegt war. Diese vorhandene Struktur hat Whitehead genutzt, um Komponisten aus aller Welt zu einer Vervollständigung einzuladen. Eine Auswahl des umfangreichen Zyklus wird Whitehead zusammen mit seinem Kollegen Tom Bell an den Orgeln von Cruciskirche und Dom St. Marien vorstellen.

Unter den internationalen Stars der historischen Aufführungspraxis sind auch der englische Kammerchor Tenebrae sowie das belgische Ensemble Vox Luminis hervorzuheben, die in Eisenach und Weimar zu erleben sind.

Langfristig konzipiert ist ein neues Stipendium: das Glenn Gould Bach Fellowship, das künftig alle zwei Jahre von der Stadt Weimar gemeinsam mit den Bachwochen verliehen werden soll. Ermöglicht durch die Loubser Foundation richtet es sich an Musikerinnen und Musiker, die Bachs Werke auf neuen medialen Wegen vermitteln wollen; eine Referenz an Johann Sebastian Bach wie dessen einzigartigen Interpreten Glenn Gould, die beide auf ihre Art nicht nur an Musik, sondern auch an technischer Innovation Interesse hatten. Als Founding Fellow macht der irische Pianist Peter Tuite den Auftakt, der sich bereits seit längerer Zeit mit einer filmischen Umsetzung von Bachs Goldberg-Variationen beschäftigt und den Zyklus nun am 11. Oktober im Rahmen einer Matinee auf Schloss Ettersburg aufführt.

Auch die führenden tschechischen Ensembles Collegium 1704 und Collegium Vocale 1704 unter der Leitung von Vaclav Luks sind Gast der Herbstausgabe der Thüringer Bachwochen und präsentieren ihr Miserere-Programm in der Arnstädter Bachkirche. Ein Wiederhören gibt es zudem mit der Gaechinger Cantorey unter Hans-Christoph Rademann, die nach ihrer berührenden Pilgerfahrt ins Bachland im Herbst 2019 nun nach Mühlhausen kommen, um dort frühe Kantaten Bachs aufzuführen.

Daniel Hope et al. © Harald Hoffmann

Daniel Hope et al. © Harald Hoffmann

Mit Daniel Hope kommt einer der prominentesten Vertreter der Klassik ein weiteres Mal für gleich zwei Konzerte nach Thüringen. Mit einem virtuosen Kammermusik-Programm schlägt er eine Brücke zu Mendelssohn und Schostakowitsch, zwei intensiv von Bach geprägten Komponisten.

Weit gefächert ist das Programm des französischen Pianisten David Kadouch. Er wird in seinem Recital fast 300 Jahre Musikgeschichte umreißen, von Bach bis hin zu Leos Janacek. Ein weiteres Festivaldebüt gibt zudem die namhafte Cembalistin Olga Pashchenko, die mit einem reinen Bach-Programm in Jena und Eisenach zu erleben ist.

9. bis 18. Oktober 2020

www.thueringer-bachwochen.de