Mit dem renommierten Von der Heydt-Museum besitzt die Stadt Wuppertal eine Kunstsammlung von höchstem Rang in besonders schönem architektonischen Rahmen. Mit weltbekannten Werken der niederländischen Malerei und des 19. Jahrhunderts, mit Gemälden von Claude Monet, Franz Marc, Ernst Ludwig Kirchner und Otto Dix, Pablo Picasso und Francis Bacon gehört das Von der Heydt-Museum zu den wichtigen, international renommierten Kunstorten Deutschlands. Die Sammlung des Wuppertaler Museums umfaßt Kunst vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Impressionismus, Expressionismus und die zwanziger Jahre bilden die Schwerpunkte. Rund 3000 hochkarätige Gemälde, 500 Skulpturen und 30.000 grafische Blätter gehören zum Bestand, der in wechselnden großen Ausstellungen präsentiert wird.

Brücke und Blauer Reiter

Die Künstlergruppen Brücke und Blauer Reiter stehen synonym für den Expressionismus in Deutschland und gelten zugleich als entscheidender Beitrag zur Klassischen Moderne in den Jahren 1905 bis 1914 in Deutschland. Die umfassende Ausstellung soll anhand ausgewählter Hauptwerke einen frischen Blick auf die Bedeutung und das Zusammenwirken dieser beiden Formationen ermöglichen. Sie geht hervor aus einer engen Zusammenarbeit des Von der Heydt-Museums Wuppertal mit dem Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See, und den Kunstsammlungen Chemnitz.

Vassily Kandinsky, Improvisation Sintflut, 1913, Öl auf Leinwand, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau in München

Wassily Kandinsky, Improvisation Sintflut, 1913, Öl auf Leinwand, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau in München

Die drei beteiligten Museen stützen sich im Wesentlichen auf die reichen eigenen Sammlungsbestände, die erstmals zusammengeführt werden – ein nachhaltiger Ansatz, der überdies neue und überraschende kuratorische Perspektiven eröffnet. Ergänzend hinzu kommen ausgewählte Werke von nationalen und internationalen Leihgebern, die es ermöglichen, das künstlerische Spektrum angemessen abzubilden.
21. November 2021 bis 27. Februar 2022


„Aus der Zeit gerissen” 
Joseph Beuys: Aktionen – fotografiert von Ute Klophaus

Anknüpfend an das „24-Stunden-Happening“, das 1965 in der Galerie Parnass in Wuppertal stattfand, präsentiert die Ausstellung des Von der Heydt-Museums Fotografien von Ute Klophaus, in denen die Aktionen von Joseph Beuys festgehalten sind. Ihre Fotografien zeigen aus dem Fluss der Zeit gerissene Momente der performativen Kunst von Beuys und vermitteln zugleich die besondere Ausstrahlung, Intensität und Energie des Akteurs der Handlung. Die Ausstellung basiert auf den reichen Beständen an Klophaus-Fotos der Sammlung Lothar Schirmer, München.
Das „24-Stunden-Happening“, eines der wichtigsten Ereignisse der internationalen Fluxus-Bewegung, an dem neben Joseph Beuys auch Nam June Paik, Bazon Brock, Tomas Schmit, Wolf Vostell u. a. teilnahmen, wurde für die gebürtige Wuppertalerin Ute Klophaus (1940-2010) zum Schlüsselerlebnis. Die Begegnung mit Joseph Beuys (1921-1986) prägte ihre weitere Entwicklung.
Beuys und sein Werk fotografierte sie über 20 Jahre lang; die Beschäftigung mit Beuys wurde der Schwerpunkt ihrer fotografischen Tätigkeit. Die Fotografien von Ute Klophaus verdeutlichen ihre Fähigkeit, über das Visuelle hinausgehende Wahrnehmungen sichtbar zu machen und die verborgenen, schwer fassbaren Aspekte, die den Weltenentwurf von Beuys mitformen, anzudeuten.
Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms „beuys 2021. 100 jahre joseph beuys“, einem Projekt des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf als Träger unter der künstlerischen Leitung von Prof. Dr. Eugen Blume und Dr. Catherine Nichols. Schirmherr ist Ministerpräsident Armin Laschet.
bis 9. Januar 2022

Goldene Zeiten

Die Sammlung Niederländischer Kunst und ihre Geschichte(n)

Das Von der Heydt-Museum Wuppertal verfügt über eine der reichsten öffentlichen Sammlungen niederländischer Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts in Nordrhein-Westfalen. Zu ihr zählen allein 60 Gemälde, unter ihnen hochrangige Arbeiten von Aelbert Cuyp, Jan van Goyen, Joos de Momper, Pieter Neefs d. Ä., Jacob van Ruisdael, Herman Saftleven III und Frans Snyders. Auch auf dem Feld der Grafik ist das Museum breit aufgestellt, mit Werken von Hendrick Goltzius, Nicolaes Berchem, Cornelis Dusart und Rembrandt, um nur einige Namen zu nennen. Erstmals seit vielen Jahren breitet die Ausstellung „Goldene Zeiten“ diese bedeutenden Bestände wieder in vollem Umfang aus.
Die Ausstellung deckt nicht nur formale und kunsthistorische Zusammenhänge auf. Sie erzählt auch die Geschichten, die sich hinter den Werken verbergen.

Jan van Biljert, singende Hirten, 17. Jh., Von der Heydt Museum Wuppertal

Jan van Biljert, singende Hirten, 17. Jh., Von der Heydt Museum Wuppertal

Wie sind die Werke ins Von der Heydt-Museum gekommen, und welche Stationen haben sie von ihrer Entstehung bis zum Einzug in die Sammlung durchlaufen? Warum gab es im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert ein so starkes Sammlungsinteresse (auch im Privaten) an niederländischer Kunst? Geleitet von diesen Fragen, wird die Sammlung niederländischer Kunst des Von der Heydt-Museums aus einem neuen Blickwinkel vorgestellt. Die Ausstellung will zum einen das große bürgerschaftliche Engagement erkennbar machen, das überhaupt erst zur Begründung dieses Zweigs der Sammlung führte. Zum anderen wird sie Fragen der Provenienzforschung behandeln, die oft eine langwierige Recherche verlangen.
bis 10. April 2022

Hans-Christian Schink. Freundschaftsanfrage #1

Die erste „Freundschaftsanfrage“ des Von der Heydt-Museums gilt Hans-Christian Schink (geb. 1961). Die Ausstellung, die Arbeiten der zurückliegenden zwei Jahrzehnte des Fotografen mit Hauptwerken aus der Sammlung zur Landschaftsmalerei im 19. Jahrhundert zusammenführt, eröffnet eine Reihe, in der renommierte zeitgenössische Künstler eingeladen werden, sich mit den reichhaltigen Beständen des Hauses auseinanderzusetzen.

Hans-Christian Schink, zwischen Lemmersdorf und Kleisthöhe, 2016, aus der Serie „Hinterland” © Hans-Christian Schink

Hans-Christian Schink, zwischen Lemmersdorf und Kleisthöhe, 2016, aus der Serie „Hinterland” © Hans-Christian Schink

Schinks Werk beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Landschaft als Resultat der Interferenzen von Natur und gestaltetem Raum, kunsthistorisch gesehen ein geschichtsträchtiges Genre, dessen Konventionen und Codes er gleichermaßen bestätigt wie hinterfragt. Den Pionieren der Moderne wie Caspar David Friedrich, Carl Blechen, Ferdinand Hodler, Alfred Sisley, Paul Cézanne und Vincent van Gogh stellt Schink ausgewählte fotografische Arbeiten gegenüber. Gezeigt wird unter anderem die Foto-Serie „Hinterland“, in der Schink mit ebenso viel Sachlichkeit wie Sensibilität die Landschaften Mecklenburg-Vorpommerns erkundet. Auch die Foto-Reihe, die Schink 2005 im tropischen Regenwald von Vietnam schuf, tritt in einen Dialog mit der Malerei des deutschen und französischen Naturalismus. Ganz neu sind Schinks Unterwasserlandschaften, die erstmalig zu sehen sein werden.
27. Februar bis 10. Juli 2022

www.von-der-heydt-museum.de