Mit Karol Szymanowskis „Król Roger“ eröffnet das Staatstheater Regensburg am 26. September 2026 seine Spielzeit 2026/27 und setzt damit zugleich ein markantes Zeichen für das Saisonmotto „FREIHEITEN“. Die Regensburger Erstaufführung wird von Staatsintendant und Operndirektor Sebastian Ritschel inszeniert, der damit die neue Spielzeit mit einem ebenso anspruchsvollen wie sinnlichen Werk eröffnet. Im Zentrum steht die Frage, was geschieht, wenn vertraute Ordnungen ins Wanken geraten und der Wunsch nach persönlicher Freiheit mit gesellschaftlichen und religiösen Normen kollidiert.

König Roger ist hin- und hergerissen zwischen den Ideologien seiner Zeit: zwischen Konservatismus und Sinnlichkeit, christlicher Orthodoxie und heidnischer Hemmungslosigkeit. Verkörpert werden diese Gegensätze durch die Kirche auf der einen und einen geheimnisvollen Hirten auf der anderen Seite. Dieser predigt einen dionysischen Kult, dessen Verheißung Königin Roksana magisch anzieht. Für Roger beginnt damit ein existenzieller Konflikt zwischen der alten Ordnung und einer neuen, verführerischen Freiheit.
Schließlich wird der Hirte als Gott Dionysos entlarvt. Roger, schwankend zwischen Staatsräson und der Akzeptanz seiner eigenen, verdrängten Wünsche, gibt sein Königreich auf und begibt sich auf die Suche nach dem Hirten – und damit zugleich auf die Suche nach sich selbst. Die äußere Handlung wird zur inneren Reise, in der Fragen nach Identität, Sexualität, Spiritualität und Selbsterkenntnis miteinander verschmelzen.
Szymanowski komponierte „Król Roger“ zwischen 1918 und 1924 gemeinsam mit seinem Cousin Jarosław Iwaszkiewicz, der das Libretto mitverfasste. Inspiriert wurde das Werk unter anderem von Reisen nach Italien, Euripides’ „Die Bakchen“, Platons „Phaidros“ und „Symposion“ sowie den Schriften Friedrich Nietzsches. Aus diesen unterschiedlichen kulturellen und philosophischen Quellen entwickelte Szymanowski eine faszinierende Synthese aus musikalischer Farbigkeit, Mythologie und moderner Sinnsuche.
Szymanowski selbst bezeichnete seine Oper als „Mysterium“. Ihre Themen – veränderte Bewusstseinszustände, Religion, Sexualität, neue Formen der Spiritualität und die Suche nach dem eigenen Ich – verleihen ihr bis heute eine bemerkenswerte Aktualität. Gerade deshalb erlebt „Król Roger“ derzeit eine Renaissance auf den internationalen Opernbühnen.
Die Regensburger Produktion fügt sich damit unmittelbar in das Saisonmotto „FREIHEITEN“ ein: Sie erzählt von Grenzen, die Menschen, Gesellschaften und Glaubenssysteme errichten – und vom riskanten, manchmal schmerzhaften, aber auch befreienden Versuch, diese Grenzen zu überschreiten.
Premiere: 26. September 2026
Folgetermine: 6., 13., 22.. und 25. Oktober, 6., 21. und 29. November, 8. und 15. Dezember 2026, 22. Jänner und 10. Februar 2027
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