Das LVR-LandesMuseum stellt aufgrund seiner herausragenden Sammlung als einziges kulturgeschichtliches Museum im Rheinland die Entwicklung der Region von ihren Anfängen bis zur Gegenwart dar. Den Besucher erwartet in der Dauerausstellung eine erlebnisreiche Zeitreise von der Steinzeit bis in die Gegenwart.
Die Ausstellung „High Tech Römer” eröffnet einen einjährigen Themenschwerpunkt „Römer und Germanen“ im LVR-LandesMuseum Bonn: Ab Mai 2021 wird die Ausstellung „Germanen. Eine archäologische Bestandsaufnahme“ gezeigt und ab November präsentiert das Museum die Archäologische Landesausstellung NRW „Roms fließende Grenzen“ mit dem Schwerpunktthema „Leben am Limes“.

Die neue Dauerausstellung des LVR-LandesMuseums Bonn erzählt Geschichten und Geschichte zu 400.000 Jahre Kulturgeschichte des Rheinlandes. Der Fokus liegt auf den Menschen, die mit ihrem Handeln ihre Gegenwart und damit auch die Zukunft bestimmt und verändert haben. Im Rundgang wird immer wieder, beginnend mit der großen 10 m langen Wandgrafik zum Klima der letzten 3,5 Million Jahre, beispielhaft der Blick in die Gegenwart geöffnet. So wird deutlich, dass die Kenntnis unserer Geschichte uns hilft, die Gegenwart zu verstehen und damit unsere Zukunft besser und verantwortungsvoll zu planen.
Als neues Element in der Dauerausstellung wurden zum Beispiel „Inklusive Panels“ entwickelt. Diese Stationen entlang des Leitsystems beschäftigen sich mit zentralen Objekten und sprechen dabei mehrere Sinne an. So kann man erfahren wie Birkenpech riecht oder einen Faustkeil anfassen. Außerdem werden die drei wichtigsten Fragen zu den Objekten in Einfacher Sprache beantwortet.
Die zentralen neuen Elemente der Barrierefreiheit sind nicht nur das neue inklusive Leitsystem, sondern vor allem auch der Doppelaufzug in der Mitte des Hauses. Er bietet nun für die Besucher die Möglichkeit, die Rundgänge immer an einem zentralen Ort der Etage zu beginnen und zu beenden. Die Wegeführung wird somit eindeutiger. Der Aufzug ermöglicht einen direkten Zugang zur Dachterrasse im vierten Stock mit einem spektakulären Ausblick über die Stadt Bonn bis zum Siebengebirge.
In den nächsten Jahren wird die übrige Dauerausstellung ebenfalls umgestaltet. Im ersten Obergeschoss geht es dann weiter mit den eiszeitlichen Kulturen, der Jungsteinzeit, den Kelten und den Römern bis hin in die Spätantike und das Frühe Mittelalter. Im zweiten Obergeschoss kann der/die Besucher*in dann das Hochmittelalter, Renaissance, die Düsseldorfer Malerschule, die Moderne bis in die Gegenwart entdecken. Der chronologische Rundgang führt so zukünftig vom Neandertaler im Erdgeschoss bis in die Gegenwart im vierten Obergeschoss. Der Bereich der Wechselausstellungen ist bereits vor zwei Jahren in das oberste Geschoss umgezogen.
Das LVR-LandesMuseum Bonn erfindet sich auch nach 200 Jahren immer wieder neu und trägt so den geänderten Besucheransprüchen und -wünschen Rechnung, immer im engen Zusammenspiel seiner vier Grundaufgaben: dem Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln.

Julia Bünnagel – KLANG BILD HAUEREI
Preisträgerin des Luise-Straus-Preises des LVR
Julia Bünnagel wurde 1977 in Haan geboren. Heute lebt und arbeitet die an der Düsseldorfer Kunstakademie ausgebildete Bildhauerin in Köln. In ihren Werken setzt sich Julia Bünnagel mit der Wahrnehmung und den Besonderheiten des Raums auseinander. Sie verbindet unterschiedliche Kunstgattungen – Bilder, Skulpturen, raumgreifende Installationen und Soundobjekte – zu komplexen Strukturen, die sie ihrer jeweiligen Umgebung individuell anpasst.
Mit ihren Kombinationen aus Klang, Licht, Text und Bild knüpft Julia Bünnagel ein vielbezügliches Assoziationsnetz, das zu einer veränderten Wahrnehmung von Räumen einlädt. Julia Bünnagel erhielt 2018 den Luise-Straus-Preis des LVR. In Erinnerung an die Kunsthistorikerin, Kunst- und Kulturjournalistin Luise Straus.
Der Preis trägt den Namen einer der ersten Frauen, die die rheinische und später internationale Kunstszene als Kunsthistorikerin und Kunstjournalistin prägten. Sie steht für starke Frauen in einem lange von Männern dominierten Bereich. Der nach ihr benannte Preis wird an herausragende künstlerische Positionen vergeben, deren Autorinnen weiblich sind und unterstreicht die zentrale Rolle, die Künstlerinnen – oft auch heute noch gegen vielfältige Widrigkeiten des Betriebssystems Kunst – zukommt.
13. März bis 16. Mai 2021

High Tech Römer. Schauen. Machen. Staunen.
Ob Fußbodenheizung, Lastkräne, Wellnessbäder oder Kaugummi – noch heute begegnen uns im täglichen Leben zahlreiche Erfindungen aus der Römerzeit. Wie es den Römern gelang, vor rund 2.000 Jahren ohne Computer, Motoren und Elektrizität solche technischen Meisterleistungen zu vollbringen, zeigt die interaktive Ausstellung „High Tech Römer“.
Die Besucher sind eingeladen, die genialen technischen Erfindungen der Antike nicht nur zu bestaunen, sondern auch selbst Hand anzulegen: An 30 Mitmachstationen können sie eine römische Stadt planen, Wasser aufwärts fließen lassen, eine Brücke bauen, mit einer römischen Galeere um die Wette rudern oder ein Katapult ausprobieren. Die Ausstellung vermittelt römische Technik auf spielerische Weise und macht ihre Bedeutung für die Gegenwart bewusst.
„High Tech Römer“ ist das Ergebnis einer internationalen Kooperation mit dem Museum Het Valkhof Nijmegen (Niederlande), dem Museon Den Haag (Niederlande) und dem Technopolis Mechelen (Belgien). Für die Bonner Station wird die Ausstellung durch eine computergestützte Rekonstruktion der Weltstadt Rom vor 1700 Jahren spektakulär ergänzt: Auf einem Großbildschirm und auf individuell nutzbaren Tablet-Computern können die Besucher*innen das Forum Romanum, das Kolosseum, den Circus Maximus und weitere 40 Höhepunkte des antiken Rom in HD-Qualität virtuell durchschreiten. Die von der amerikanischen Firma „Flyover Zone“ nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen erarbeitete CAD-Rekonstruktion wird in dieser Form erstmals in einer Museumsausstellung präsentiert – eine Weltpremiere.
Mehr dazu, wie Menschen vor 2.000 Jahren im Rheinland gelebt haben, gibt es natürlich in der Dauerausstellung des LVR-LandesMuseum Bonn zu entdecken. Sie präsentiert eine der besten provinzialrömischen Sammlungen Deutschlands.
13. März bis 18. Juli 2021

Germanen. Eine archäologische Bestandsaufnahme
Die Germanen – immer wieder rücken sie in den Vordergrund, wenn es um die historische Herkunft der Deutschen geht. Dabei hat es ein Volk dieses Namens vermutlich nie gegeben. Mit dem Sammelbegriff „Germanen“ bezeichneten die Römer in der Nachfolge Cäsars ganz unterschiedliche Gemeinschaften mit eigenen kulturellen Traditionen. Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich zwischen dem ersten und vierten Jahrhundert vom Rhein bis an die nördliche Küste des Schwarzen Meeres.
In den vergangenen 20 Jahren hat die Archäologie dank umfangreicher Ausgrabungen, spektakulärer Funde und intensiver Forschungen eine Vielzahl neuer Erkenntnisse zu den Germanen gewonnen – sie bilden den Anlass für die große Ausstellung „Germanen. Eine archäologische Bestandsaufnahme“.
Präsentiert werden hochkarätige Objekte aus Deutschland, Dänemark, Polen und Rumänien. Sie bieten neue Einblicke in die ferne Welt der Germanen: Wie haben sie gelebt und gewirtschaftet? Wie waren ihre Gesellschaften organisiert? Was haben sie geglaubt? Welche Rolle spielten die Beziehungen zu den Römern? Wie bildeten sich Gruppen und Identitäten? Und wie erklärt sich angesichts der benachbarten „Hochkultur“ des römischen Reiches, dass die Germanen über Jahrhunderte hinweg auf ganz anderen Wirtschafts- und Lebensformen beharrten? Die Ausstellung macht deutlich, dass es keine einheitliche germanische Welt gab, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Kulturen, die in komplexen Austauschverhältnissen standen.
Ein vielfältiges Rahmenprogramm und ein interaktives „Studiolo“ ergänzen die Ausstellung.
6. Mai bis 24.Oktober 2021

https://landesmuseum-bonn.lvr.de