Angesichts einer Welt, die von multiplen Krisen geprägt ist, wagt das Kunstmuseum Wolfsburg einen zukunftsgerichteten Blick: Mit der groß angelegten Ausstellung Utopia. Recht auf Hoffnung wird der Frage nachgegangen, wie Kunst einen Raum des Denkens, Träumens und Handelns eröffnen kann. Zwischen Klimakatastrophe, politischen Konflikten, globalen Fluchtbewegungen und zunehmendem Misstrauen gegenüber demokratischen Strukturen erscheint es dringlicher denn je, Perspektiven jenseits von Angst und Resignation zu formulieren.

Das Projekt versteht Utopie dabei nicht als großen, geschlossenen Gesellschaftsentwurf, sondern als Summe vieler Mikro-Utopien, die Hoffnung stiften und konkrete Veränderungen anstoßen können. Im Zentrum stehen Werke internationaler Künstler:innen und Kollektive, die in ihren Installationen, Filmen, Fotografien oder raumgreifenden Objekten alternative Modelle des Zusammenlebens vorschlagen. Dabei geht es ebenso um soziale Gerechtigkeit und die Sichtbarkeit marginalisierter Gruppen wie um neue Formen des Umgangs mit Natur, Technologie und Ressourcen.

Muoto architectes & Georgi Stanishev + Clémence La Sagna, Ball Theater – La fête n‘est pas finie, 2023, Stahl, weitere Materialien, Installationsansicht, 18. Architekturbiennale Venedig, © Muoto architectes & Georgi Stanishev, Foto: Schnepp Renou

Muoto architectes & Georgi Stanishev + Clémence La Sagna, Ball Theater – La fête n‘est pas finie, 2023, Stahl, weitere Materialien, Installationsansicht, 18. Architekturbiennale Venedig, © Muoto architectes & Georgi Stanishev, Foto: Schnepp Renou

So loten Arbeiten von Olafur Eliasson, Otobong Nkanga oder Tomás Saraceno die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt aus. Andere, wie Yael Bartana, Rory Pilgrim oder Marina Naprushkina, setzen auf kollektive Prozesse und aktivistische Strategien, die Kunst als Instrument gesellschaftlicher Erneuerung begreifen. Projekte aus Architektur und Design – etwa von Muoto architectes oder Terreform ONE – erweitern den Diskurs um praxisorientierte Szenarien für nachhaltige Lebensräume.
Mit rund 60 künstlerischen Positionen entfaltet die Ausstellung ein vielstimmiges Panorama zwischen kritischer Analyse und visionärem Entwurf. „Utopia“ wird so nicht als unerreichbare Fantasie, sondern als dringendes Recht auf Hoffnung präsentiert – als Aufforderung, mit Kreativität und Solidarität die Zukunft aktiv zu gestalten.
27. September 2025 bis 11. Januar 2026
www.kunstmuseum.de/ausstellung/utopia-recht-auf-hoffnung/

Keiken, Morphogenic Angels, 2023, HD-PC-Spiel mit Xbox-Controller, Dauer ca. 50-70 min, Installationsansicht, Choose your Player, © Zeppelin Museum Friedrichshafen, Foto: Markus Tretter

Keiken, Morphogenic Angels, 2023, HD-PC-Spiel mit Xbox-Controller, Dauer ca. 50-70 min, Installationsansicht, Choose your Player, © Zeppelin Museum Friedrichshafen, Foto: Markus Tretter