Nach knapp drei Jahren intensiver Sanierung kehrt eines der bedeutendsten Künstlerinnenmuseen Deutschlands eindrucksvoll zurück: Am 11. Oktober 2025 öffnet das Käthe Kollwitz Museum Köln wieder seine Türen – pünktlich zum 80. Todestag der Künstlerin und zum 40-jährigen Bestehen des Hauses. Unter dem Titel „KOLLWITZ NEU SEHEN“ wird nicht nur die Sammlung in neuer Form präsentiert – auch das Museum selbst hat sich gewandelt: moderner, offener, nachhaltiger. Aus der „Neumarkt Passage“ wird das „Kollwitz Forum“ – ein deutliches Zeichen für die bleibende Relevanz dieser außergewöhnlichen Künstlerin.
Die Eröffnungsausstellung macht dem neuen Anspruch alle Ehre. Neben bekannten Meisterwerken aus dem Bestand der Kreissparkasse Köln zeigt das Museum rund 30 Werke, die noch nie oder selten öffentlich zu sehen waren – darunter ein farbiges Pastell-Selbstporträt von 1893/94, ein eindringliches Porträt der Cousine Else Rupp (1890), ein frühes Doppelbildnis aus Studienzeiten und eine seltene technische Probe zum berühmten Blatt „Losbruch“ aus dem Zyklus „Bauernkrieg“. Diese Ergänzungen erweitern den Blick auf Kollwitz’ Werk – sie zeigen neue Facetten, brüchige Anfänge, mutige Experimente.
Doch die Ausstellung will mehr als chronologische Werkschau sein. Sie stellt zentrale Themen Kollwitz’ in den Mittelpunkt, die heute aktueller wirken denn je: soziale Ungleichheit, Krieg und Gewalt, politische Umbrüche, Geschlechterrollen und der Alltag der „kleinen Leute“. Ihre Perspektive als Frau, Mutter, Zeitzeugin durchzieht das Werk wie ein roter Faden – berührend, aufrüttelnd, unvergessen. Die neue Hängung führt die Werke in überraschenden Zusammenstellungen zusammen, macht technische Entwicklungen nachvollziehbar und eröffnet neue Blickwinkel – auf das Werk wie auf die Zeit.

Käthe Schmidt (Kollwitz), Porträt Else Rupp, um 1890, Öl auf Leinwand, Dauerleihgabe aus dem Nachlass Rautenberg im Käthe Kollwitz Museum Köln
Ein neues Multimedia-Angebot – samt Audio-, Video- und Bildmaterial – vertieft den Zugang. Die neu geschaffene Museumswerkstatt mit originaler Lithopresse erlaubt es, sich der Kunst von Käthe Kollwitz auch praktisch zu nähern. In Mitmachstationen, interaktiven Tools und Workshops können Besucherinnen und Besucher aller Altersstufen selbst kreativ werden – vom Vorschulkind bis zum Kunststudium. Zukunftsfähig ist das Museum nun auch technisch. Dank moderner LED-Beleuchtung, energieeffizienter Klimatisierung und einer Solaranlage auf dem Dach verfolgt das Haus ein nachhaltiges Ausstellungskonzept – verantwortungsvoll gegenüber Kunst, Umwelt und kommenden Generationen.
Käthe Kollwitz bleibt – und mit ihr ein Museum, das Geschichte, Gesellschaft und Kunst auf bewegende Weise miteinander verbindet. Köln bekommt nicht nur ein saniertes Haus zurück, sondern ein lebendiges Forum für Kunst und Empathie.
11. Oktober 2025 bis 15. März 2026
www.kollwitz.de

Käthe Schmidt (Kollwitz), Selbstbildnis mit Studienkollegin, 1889, Feder und Pinsel in Tusche auf dickem Velin, Käthe Kollwitz Museum Köln, erworben 2020 / November 2023 von der St. Etienne Foundation, New York





