Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe präsentiert mit „Silver Egg. Die Sinnlichkeit der Medienkunst“ eine Ausstellung, die Kunst, Philosophie und Technologie in einen sinnlichen Dialog bringt. Ausgangspunkt ist der Mythos des Eros, jener schöpferischen Urkraft, die in Philosophie und Kunstgeschichte seit jeher als Motor kultureller Entwicklung gilt. Die Ausstellung fragt nach neuen Formen der Wahrnehmung in einer Zeit, die von digitalen Transformationen, gesellschaftlichen Spannungen und ökologischen Herausforderungen geprägt ist. Dabei wird Eros nicht nur als Symbol für Liebe verstanden, sondern als Energie für Neugier, Kreativität und Zukunftsdenken.

Der Titel „Silver Egg“ verweist auf eine mythologische Urszene: Aus einem kosmischen Ei, so überliefert die griechische Mythologie, schlüpfte Eros als ordnende und verbindende Kraft zwischen Himmel, Erde und Mensch. In der Ausstellung wird dieses Bild zum Ausgangspunkt für eine Reise durch künstlerische Positionen, die Intuition, Wissen, Sinnlichkeit und Technologie miteinander verschränken. Künstlerische Prozesse werden dabei als dynamische Kräfte verstanden, die Menschen emotional, intellektuell und körperlich berühren können. In der Kunstgeschichte wurde die Bedeutung des Erotischen für Kreativität von Denkern wie Platon bis zu Susan Sontag und Roland Barthes reflektiert. Die Ausstellung knüpft an diese Tradition an und untersucht, wie sich Begeisterung, Erkenntnis und Lust als produktive Spannungsfelder in der Kunst manifestieren. Intellektuelle Reflexion und emotionale Erfahrung werden nicht als Gegensätze, sondern als ein gemeinsamer kreativer Raum verstanden.
Die rund 30 internationalen künstlerischen Positionen arbeiten mit Medienkunst als experimentellem Forschungsfeld. In Installationen, Videoarbeiten, Klangräumen und hybriden Skulpturen werden Themen wie Robotik, Ökologie, Energie und soziale Beziehungen verhandelt. Dabei wird auch die Beziehung zwischen Mensch und Technologie neu gedacht: als Möglichkeit für Kooperation statt Dominanz. Die Ausstellung stellt Fragen nach zukünftigen Lebensformen und nach der Verantwortung künstlerischer Praxis in Zeiten globaler Krisen. Ein zentrales Anliegen der Schau ist die sinnliche Erfahrung von Kunst. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, in eine Atmosphäre aus Licht, Klang, Bewegung und visuellen Rhythmen einzutauchen. Medienkunst wird hier als Raum verstanden, in dem Wahrnehmung selbst zum künstlerischen Material wird. Das Begehren nach neuen Erfahrungen, nach Verbindung und nach Zukunftsmöglichkeiten steht dabei im Mittelpunkt.
4. Juli 2026 bis 7. Februar 2027
www.zkm.de