Licht, Zeit und Wahrnehmung: Die Kunstsammlung Jena widmet dem japanischen Künstler Hiroyuki Masuyama eine Ausstellung, die zwischen Vergangenheit und Zukunft, Wissenschaft und Poesie vermittelt – eine Einladung, das Unsichtbare sichtbar zu machen.

Die Kunstsammlung Jena zeigt eine große Einzelausstellung des japanischen Künstlers Hiroyuki Masuyama, der mit seinen leuchtenden Bildwelten und raumgreifenden Installationen weltweit Aufmerksamkeit erregt. Der 1968 in Tsukuba geborene Künstler lebt und arbeitet seit den 1990er Jahren in Deutschland und verbindet in seinen Arbeiten ostasiatische Bildtradition mit europäischen Kunstmotiven und moderner Technologie.

Masuyamas Werk ist geprägt von der Faszination für Zeit und Vergänglichkeit – zentrale Themen, die er mit ungewöhnlichen technischen und ästhetischen Mitteln erforscht. Für seine berühmten Leuchtkästen und fotografischen Kompositionen überlagert er oft hunderte Einzelaufnahmen, aufgenommen über Tage, Wochen oder Jahreszeiten hinweg. So entstehen Bilder, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einem flirrenden Moment verdichten.

In Jena richtet Masuyama seinen Blick auf den Himmel – als Ort der Sehnsucht, aber auch der Veränderung. Seine Werke handeln von Natur und Technik, von der Fragilität des Lebensraums Erde und der Frage, wie der Mensch versucht, das Flüchtige festzuhalten. Zugleich reflektiert die Ausstellung über Wahrnehmung selbst: Wie entsteht ein Bild? Und was passiert, wenn Zeit zu Licht wird? Die poetische Kraft seiner Arbeiten entfaltet sich im Spannungsfeld zwischen Präzision und Empfindsamkeit. Masuyamas Kunst ist nie laut, aber stets von großer Intensität – eine meditative Auseinandersetzung mit der Welt, die zum Staunen und Nachdenken gleichermaßen anregt.
6. Dezember 2025 bis 8. März 2026

www.kunstsammlung-jena.de