Im Winter 2025 öffnet das Historische Museum Bamberg seine Pforten zu einer Ausstellung, die uns auf ganz besondere Weise berührt – denn sie handelt von dem, was uns Menschen antreibt, bewegt und manchmal auch überfordert: von unseren Wünschen. Unter dem poetischen Titel „Wünsch dir was! Make a Wish!“ lädt das Museum dazu ein, der Macht und Magie des Wünschens nachzuspüren – einer Kraft, die tief in unserer Psyche verwurzelt ist und zugleich den Spiegel unserer Zeit hält.

Von den Urträumen der Menschheit bis zu den modernen Sehnsüchten der Gegenwart – die Ausstellung entfaltet ein vielschichtiges Panorama menschlicher Wunschwelten. Sie führt uns von archaischen Amuletten, die Schutz und Glück versprachen, über die Märchen der Romantik bis hin zu den Hochglanzverheißungen der Werbung und den algorithmisch gesteuerten Begehrlichkeiten der sozialen Medien. Die Schau zeigt, wie sich unsere Wünsche im Lauf der Jahrhunderte gewandelt haben – und wie sie dennoch stets Ausdruck derselben tiefen Sehnsucht nach Erfüllung, Liebe, Sinn und Zugehörigkeit geblieben sind.
Kuratiert mit einem interdisziplinären Blick zwischen Psychologie, Theologie und Philosophie, widmet sich „Wünsch dir was!“ sowohl der inneren als auch der äußeren Dimension des Wünschens. Was bedeutet es, etwas zu wollen? Wann wird aus einem Wunsch eine Hoffnung – oder eine Illusion? Und wie unterscheiden sich persönliche Sehnsüchte von kollektiven Visionen, die ganze Gesellschaften prägen? Die Ausstellung stellt solche Fragen bewusst offen, um Raum für individuelle Reflexion zu schaffen.

Blick in die Ausstellung „Wünsch dir was!”, Foto: Silke Heimerl © Museen der Stadt Bamberg

Blick in die Ausstellung „Wünsch dir was!”, Foto: Silke Heimerl © Museen der Stadt Bamberg

Besondere Aufmerksamkeit gilt auch den Schattenseiten des Wünschens: der Versuchung des Immer-mehr, der Manipulation durch Konsum und Werbung, den gefährlichen Kräften der „falschen Wünsche“ – bis hin zu Verwünschungen und Flüchen, die im Volksglauben und in der Literatur ihren Platz gefunden haben. So wird das Wünschen nicht nur als Ausdruck menschlicher Hoffnung gezeigt, sondern auch als ambivalente Triebkraft zwischen Verlangen und Verzicht.
Ein besonderes Highlight sind die vielfältigen Objekte aus den Sammlungen der Städtischen Museen Bamberg – von archäologischen Funden über historische Spielzeuge und persönliche Glücksbringer bis hin zu modernen Symbolen der Begierde. Sie erzählen Geschichten von Menschen, die glaubten, dass Wünsche Wirklichkeit werden können – oder sich davor fürchteten.
Die Ausstellung ist nicht nur ein Ort des Betrachtens, sondern auch des Mitmachens. Zahlreiche interaktive Stationen laden dazu ein, eigene Wünsche zu formulieren – für sich selbst, für andere oder für die ganze Welt. Kinder können auf spielerische Weise erkunden, was es heißt, etwas zu wünschen, und Erwachsene werden vielleicht an vergessene Träume erinnert.
Begleitet wird „Wünsch dir was!“ von einem vielseitigen Rahmenprogramm mit Führungen, Workshops, Lesungen und Gesprächen, die das Thema vertiefen und neue Perspektiven eröffnen. Gefördert wird die Ausstellung durch die Oberfrankenstiftung und die Stiftung der Sparkasse Bamberg, die damit einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Auseinandersetzung mit einem universellen Menschheitsthema leisten.
In einer Zeit, in der Wünsche oft mit Konsum verwechselt werden, lädt das Historische Museum Bamberg zu einem stillen, nachdenklichen und zugleich inspirierenden Dialog mit uns selbst ein. Denn am Ende, so scheint diese Ausstellung zu sagen, ist das Wünschen nichts weniger als ein Ausdruck unserer Menschlichkeit.
31. Oktober 2025 bis 22. März 2026
www.museum.bamberg.de

Blick in die Ausstellung „Wünsch dir was!”, Foto: Silke Heimerl © Museen der Stadt Bamberg

Blick in die Ausstellung „Wünsch dir was!”, Foto: Silke Heimerl © Museen der Stadt Bamberg