Mit rhythmischer Leichtigkeit, amerikanischem Esprit und wienerischer Lehenshaftigkeit gehört Die Herzogin von Chicago zu den unvergesslichen Operetten der goldenen Zeit des Musiktheaters. Paul Abraham schuf ein Werk, das mit seiner Verbindung aus Jazz, Tanz und klassisch-romantischer Melodik die kulturellen Brücken zwischen Europa und den USA der 1920er-Jahre spiegelt.

In der turbulenten Handlung kehrt die junge amerikanische Millionenerbin Mary Ann zurück in die alte Welt, um im feudalen Europa die Hand eines Grafen zu gewinnen – doch ihr Herz schlägt für das pulsierende Leben der Vereinigten Staaten. Während sie zwischen glamourösen Gatsby-artigen Vorstellungen und den höfischen Etiketten einer verstaubten Aristokratie hin- und hergerissen ist, entfachen sich Liebeleien, Verwechslungen und schillernde Tanzszenen. In dieser Konstellation treffen Foxtrott auf Walzer, Charleston auf Couplet, und es entsteht ein musikalischer Cocktail, der das Lebensgefühl einer ganzen Epoche hör- und spürbar macht.

Abrahams Partitur ist gespickt mit eingängigen Melodien, jazzig-swingenden Elementen und lyrischen Liebesduetten, die sowohl die Sehnsucht nach Freiheit als auch die komische Seite gesellschaftlicher Konventionen ausloten. In der Inszenierung des Theaters Wolfsburg werden diese kontrastreichen Stimmungen lebendig: als Spiel zwischen Tradition und Aufbruch, zwischen Glamour und Ironie, zwischen städtischer Modernität und ländlicher Nostalgie. Die Herzogin von Chicago ist ein Fest der Operette, das die Bühne zur Tanzfläche macht und das Publikum mitnimmt in eine Zeit, in der Musik und Lebenslust untrennbar miteinander verbunden sind.
7. Mai 2026

theater.wolfsburg.de