Wenn sich der Bodensee im Mai in eine Bühne verwandelt, wenn Musik über das Wasser trägt, Tanz in historischen Sälen aufleuchtet und Literatur zwischen Uferpromenade und Barockkirche ihren Raum findet, dann ist Bodenseefestival-Zeit. Vom 2. bis 25. Mai 2026 lädt das grenzüberschreitende Festival unter dem Motto „In Bewegung“ zu einem kulturellen Parcours durch die Vierländerregion Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein.

Seit 1989 gehört das Bodenseefestival zu den wichtigsten Kulturereignissen der Region. Jahr für Jahr widmet es sich einem neuen thematischen Schwerpunkt – und 2026 wird Bewegung zum künstlerischen Leitbegriff: als körperliche Dynamik, als gesellschaftlicher Wandel, als Aufbruch zwischen Tradition und Gegenwart. Mehr als 60 Veranstaltungen entfalten ein Programm, das Musik, Theater, Tanz und Literatur in immer neuen Konstellationen verbindet. Die Spielstätten reichen von klassischen Konzertsälen über Museen bis hin zu prunkvollen Schlössern, Klöstern und Kirchen – Orte, die selbst Geschichte erzählen und dem Festival seine unverwechselbare Atmosphäre verleihen. Nicht selten wird sogar der See selbst zur Bühne.

Nicolas Altstaedt © Marco Borggreve

Nicolas Altstaedt © Marco Borggreve

Zu den musikalischen Höhepunkten zählt der Festivalauftakt mit dem Freiburger Barockorchester und einem Programm zwischen Haydn, Boccherini und Mozart. Auch die Residenzkonzerte des Cellisten Nicolas Altstaedt setzen starke Akzente – etwa in der intimen „Scordatura“-Reihe oder im Dialog der Saiten mit Barnabás Kelemen.
Einen ganz anderen Klangkosmos eröffnet das Kebyart Saxophonquartett, das mit Projekten wie dem „Tanz-Kaleidoskop“, „Firebird“ oder „Sounds of Peace“ klassische Formen sprengt und rhythmische Energie in die Gegenwart übersetzt. Besonders eindrucksvoll wird das Zusammenspiel mit großen Klangkörpern in den sinfonischen Abenden „Watermusic“ und „wOrtlos“.
Dass Bewegung auch wörtlich genommen werden darf, zeigen die beliebten Wanderkonzerte und Natur-Musik-Erlebnisse, bei denen sich Klang und Landschaft unmittelbar begegnen. Hier wird das Publikum selbst Teil des Festivalgeschehens – unterwegs zwischen Uferwegen, Innenhöfen und Aussichtspunkten.

Kebyart © David Ruano

Kebyart © David Ruano

Auch Tanz und Theater prägen das Programm: Zeitgenössische Produktionen wie „Into It“ oder das Schauspiel „TOXIC. Britney über Spears“ stehen ebenso auf dem Spielplan wie das New English Ballet Theatre mit einem hochkarätigen Triple Bill. Literarische Akzente setzen Lesungen und das Literaturschiff, das Literatur und Bodenseelandschaft auf besondere Weise verbindet.
Das Bodenseefestival 2026 lädt dazu ein, sich bewegen zu lassen – von Musik und Ideen, von neuen Perspektiven und Begegnungen. Es ist ein Festival, das Grenzen überwindet und zeigt, wie lebendig Kultur sein kann, wenn sie sich über Länder, Sprachen und Ufer hinweg entfaltet.
2. bis 25. Mai 2026
www.bodenseefestival.de

Obradovic-Tixier Duo © Vincent Bartoli

Obradovic-Tixier Duo © Vincent Bartoli