Das Bündner Kunstmuseum Chur zählt zu den bedeutendsten Kunstinstitutionen der Schweiz. Mit seiner hochkarätigen Sammlung, die von der klassischen Moderne bis in die Gegenwart reicht, und einem ambitionierten Ausstellungsprogramm nimmt es eine besondere Stellung innerhalb der Museumslandschaft ein. Über die Grenzen Graubündens hinaus wirkt das Museum als kultureller Resonanzraum, der Identität stiftet, Diskurse anstößt und internationale Perspektiven in die Region trägt.
Auch 2026 präsentiert das Bündner Kunstmuseum ein vielseitiges Ausstellungsprogramm, das unterschiedliche künstlerische Positionen zusammenführt: von poetischen Rauminstallationen über fotografische Machtanalysen bis hin zu retrospektiven Blicken auf prägende Figuren der internationalen Kunst- und Designgeschichte. Mit seinem Ausstellungsprogramm 2026 zeigt das Bündner Kunstmuseum Chur erneut, wie Kunst als offener Denkraum wirken kann: sinnlich, politisch, poetisch und gesellschaftlich relevant – ein kultureller Fixpunkt, der Graubünden weit über die Region hinaus in Bewegung hält.
Susan Hefuna
Mit Susan Hefuna zeigt das Bündner Kunstmuseum die erste umfassende Ausstellung der international renommierten Künstlerin in der Schweiz. Die Schau eröffnet einen repräsentativen Überblick über ein vielschichtiges Werk, das Zeichnung, Fotografie, Installation, Video und Performance umfasst. Hefunas Arbeiten kreisen um Fragen von Ort, Zeit und Wahrnehmung, um Übergänge zwischen privaten und öffentlichen Räumen sowie um kulturelle Dialoge über Grenzen hinweg. Ein besonderer Fokus liegt auf Graubünden als Raum vielfältiger Beziehungen in die Welt.
21. Februar bis 26. Juli 2026

Ausstellung Susan Hefuna © Bündner Kunstmuseum Chur
Daniela Keiser. Oregano
Daniela Keiser gestaltet im Bündner Kunstmuseum eine multisensorische, begehbare Installation, die Bild, Sprache und Raum miteinander verwebt. Großformatige Fotografien beziehen sich auf eine traditionelle indische Kunstform, deren ornamentale Zeichen zugleich Bedeutung suggerieren und entziehen. Der bemalte Boden des Ausstellungsraums wird zum sozialen Feld, das Austausch, Bewegung und neue Formen der Kommunikation ermöglicht. Dabei spielt die Gebärdensprache als fünfte Landessprache eine zentrale Rolle – das Museum wird hier zum Labor eines erweiterten Verständnisses von Sprache und Gemeinschaft.
21. Februar bis 5. Juli 2026
Heiner Kielholz
Heiner Kielholz gilt als stiller, aber bedeutender Einzelgänger innerhalb der Schweizer Kunst. Die Ausstellung konzentriert sich auf Interieurs und Stillleben der letzten 15 Jahre und eröffnet einen eindringlichen Blick auf sein poetisches Universum. In kleinen Formaten entfaltet sich eine intensive Auseinandersetzung mit den unscheinbaren Dingen des Alltags. Kielholz’ Werke sind getragen von einer besonderen Sensibilität, die oft mit literarischen Parallelen zu Robert Walser in Verbindung gebracht wird.
11. April bis 2. August 2026

Ausstellung Heiner Kielholz © Bündner Kunstmuseum Chur
Jules Spinatsch
Jules Spinatsch hat in den vergangenen Jahrzehnten ein ebenso breites wie experimentelles Werk entwickelt, das Fotografie, Video, Installation und Publikation umfasst. Seine Arbeiten untersuchen gesellschaftliche Ereignisse und Orte – vom Wiener Opernball über das WEF in Davos bis hin zu Gefängnissen oder Atomkraftwerken. Spinatsch verbindet dokumentarische Präzision mit halbautomatischen Verfahren, in denen Zufall und Kontrolle neue Bildformen erzeugen. Die Ausstellung im Bündner Kunstmuseum lädt dazu ein, Fragen von Wahrnehmung, Macht und medialer Konstruktion kritisch zu reflektieren.
22. August bis 15. November 2026
Thomas Hirschhorn: My Atlas
Mit My Atlas präsentiert Thomas Hirschhorn eine außergewöhnliche Retrospektive, die sein Werk von den frühen 1980er-Jahren bis heute in einer persönlichen Kartografie zusammenführt. Inspiriert von Aby Warburgs „Mnemosyne Atlas“ entsteht ein verbindendes System aus Bildern, Referenzen und politischen wie sozialen Bezügen. Die Ausstellung eröffnet einen tiefen Einblick in die Komplexität eines künstlerischen Schaffens, das radikal gegenwärtig bleibt und die Rolle von Kunst in gesellschaftlichen Zusammenhängen immer neu befragt.
22. August bis 6. Dezember 2026
Haussmann Studiolo
Die Ausstellung Haussmann Studiolo widmet sich dem architektonischen und gestalterischen Werk von Trix Haussmann und Robert Haussmann, zwei prägenden Figuren des Schweizer Designs des 20. Jahrhunderts. In konzentrierter Form führt die Schau an die planerischen und konzeptuellen Grundlagen ihrer Arbeit heran und macht erstmals deutlich, wie stark die bildende Kunst ihr Denken beeinflusste. Das „Studiolo“ wird dabei zum intimen Raum der Reflexion über Moderne, Theorie und eine eigenständige gestalterische Haltung.
5. September bis 15. November 2026

Jules Spinatsch, Unit PBW, 2001, (aus Snow Management Complex, 2001 – 2006)
C-Print, 80 × 100 cm, Foto: Jules Spinatsch















