Das Buchheim Museum der Phantasie in Bernried feiert 2026 sein 25-jähriges Bestehen – ein Jubiläum, das nicht nur an die Geschichte des Hauses erinnert, sondern auch die besondere Verbindung von Kunst, Architektur und Natur in den Mittelpunkt rückt. Gegründet von Lothar-Günther und Diethild Buchheim, eröffnet am 23. Mai 2001, hat sich das Museum als kultureller Leuchtturm im Fünfseenland etabliert. Die Vision des Stifterpaares, verschiedene Sammlungen unter einem Dach zusammenzuführen, wurde zu einem lebendigen Gesamtkunstwerk, das Besucherinnen und Besucher auf mehreren Ebenen anspricht.
Im Zentrum steht die herausragende Expressionistensammlung des Museums. Werke von Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Emil Nolde und Max Pechstein bilden das Herzstück. Aber das Buchheim Museum ist weit mehr als ein Expressionismus-Museum: Neben der Hauptsammlung finden sich „Nebensammlungen“ mit Kunsthandwerk aus aller Welt, afrikanischen und außereuropäischen Kultgegenständen sowie bayerischer Volkskunst. Ergänzt wird dies durch die Werke des Stifters selbst. Regelmäßige Wechselausstellungen mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler sorgen für Dynamik und einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Die Architektur des Museums ist ebenso beeindruckend wie seine Sammlungen. Günter Behnisch schuf für die Buchheimschen Bestände einen Bau, der die Vielfalt der Kunstwerke widerspiegelt. Der langgestreckte Baukörper, teilweise in den Hang hineingebaut, endet in einem Steg, der zwölf Meter über dem Starnberger See schwebt. Innen wie außen entsteht so eine Spannung zwischen Bodenständigkeit und Schweben, zwischen Intimität und Weite, die Besucherinnen und Besucher unmittelbar erfahren.
Die dritte Ebene des Erlebnisses ist die Natur: Das Museum liegt im Höhenrieder Park direkt am Seeufer. Alte Baumgruppen, verwunschene Teiche, Skulpturen und Pagoden säumen den Weg vom Parkplatz zum Museum. Wer dem Pfad folgt, taucht in eine Symbiose von Kunst und Landschaft ein – und bei klarem Wetter eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf die Alpenkette. Jeder Besuch wird so zu einem sinnlichen Gesamterlebnis aus visueller, haptischer und atmosphärischer Wahrnehmung.

Karl Schmidt-Rottluff, Norwegische Landschaft (Skrygedal), 1911, Buchheim Museum © VG Bild-Kunst, Bonn, 2026
Anlässlich des Jubiläums präsentiert das Buchheim Museum 2026 die Ausstellung Aufruhr der Farben. Karl Schmidt-Rottluff und das Erbe der „Brücke“. Sie würdigt den 50. Todestag von Schmidt-Rottluff am 10. August 1976 und zeigt seinen Einfluss auf Zeitgenossen und nachfolgende Generationen. Werke der „Brücke“-Künstler werden ergänzt durch bedeutende Expressionisten wie Béla Czóbel, Conrad Felixmüller, Max Kaus, Ewald Mataré und Karoline Wittmann. Allen gemeinsam ist die intensive Nutzung der Farbe als Ausdruck innerer Empfindungen, eine Loslösung von traditionellen Bedeutungszuschreibungen und die Feier der Emotionalität über die Mimese hinaus. Dank großzügiger Zustiftungen und der umfassenden Sammlung des Ehepaars Buchheim kann die Ausstellung die Entwicklung des Expressionismus von seinen Anfängen bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts nachvollziehbar machen.
23. Mai bis 30. September 2026
Das Jubiläumsjahr 2026 ist zudem geprägt von Ausblicken: Ein Erweiterungsbau, dessen Eröffnung für Herbst geplant ist, wird neue Räume für Sammlung, Forschung und Vermittlung schaffen. Besucherinnen und Besucher können dann nicht nur in die Geschichte eintauchen, sondern auch die Zukunft der Kunstvermittlung im Museum erleben. Das Buchheim Museum der Phantasie zeigt, dass Kunst, Architektur und Natur keine isolierten Bereiche sind, sondern in einem lebendigen Dialog stehen können. Es lädt dazu ein, Farbe, Form und Landschaft bewusst zu erleben und die inspirierende Kraft der Expressionisten und zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler auf sich wirken zu lassen – ein einzigartiger Ort, an dem Fantasie, Sinnlichkeit und Geschichte miteinander verschmelzen.
www.buchheimmuseum.de






