Teilchenphysik, Familienkonflikte und die Frage nach der Ordnung der Welt: Mit Lucy Kirkwoods Stück blickt das Badische Staatstheater Karlsruhe auf Menschen, die zwischen wissenschaftlichem Fortschritt, persönlichen Erwartungen und gesellschaftlichen Außenseiterrollen ihren Platz suchen.

Unterhalb der Stadt Genf versuchen Wissenschaftler:innen mit Hilfe eines Teilchenbeschleunigers, den Ursprung des Universums zu erforschen. Die Kollision winziger Teilchen soll Aufschluss über die Bedingungen des Urknalls geben – theoretisch könnte dabei jedoch sogar ein schwarzes Loch entstehen. Zu den führenden Köpfen des Projekts gehört die Physikerin Alice aus England, die damit in die Fußstapfen ihrer ehrgeizigen Mutter Karen tritt.

Während Alice sich der Erforschung der Grundlagen unseres Universums widmet, führt ihre Schwester Jenny ein völlig anderes Leben. Sie misstraut moderner Medizin, fürchtet die Risiken von Ultraschall und Impfungen und fühlt sich den Erwartungen ihrer Mutter kaum gewachsen. Die Spannungen innerhalb der Familie werden zusätzlich verstärkt durch Alices Sohn Luke, der unter dem Verschwinden seines Vaters leidet und sich in Genf fremd fühlt. Als er sich aus Frust in das Elternportal seiner Schule hackt und daraufhin suspendiert wird, gerät das fragile Gleichgewicht endgültig ins Wanken.

Lucy Kirkwoods Stück verbindet wissenschaftliche Visionen mit einem intensiven Blick auf familiäre Beziehungen und gesellschaftliche Bruchstellen. Zwischen hochkomplexer Forschung und persönlichen Krisen zeigt das Drama Menschen, die sich in einer Welt behaupten müssen, deren Ordnung zunehmend unsicher erscheint. In der Inszenierung von Anna Stiepani entsteht so ein vielschichtiger Theaterabend über Fortschritt, Verantwortung und diejenigen, die vom System an den Rand gedrängt werden.
Premiere 17. April
weitere Aufführungen: 22. April, 2. und 22. Mai, 14. und 27. Juni, 7., 10. und 22. Juli 2026

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