Im Porzellanikon Selb wird 2026 die glänzende Welt des Porzellans überraschend düster: Mit der Ausstellung Tatort Porzellan(ikon). Ein Krimi in Selb verwandelt sich das Museum in einen Ort voller Geheimnisse, Intrigen und kriminalistischer Spurensuche. Was sonst als Inbegriff von Eleganz und feiner Handwerkskunst gilt, zeigt hier seine verborgene Seite – als Objekt der Begierde, als Tatwerkzeug und als stiller Zeuge spektakulärer Verbrechen.
Schon beim Betreten der Ausstellung wird klar: Hier geht es nicht nur ums Betrachten, sondern ums Mitmachen. Besucherinnen und Besucher schlüpfen selbst in die Rolle von Ermittlern, begegnen Verdächtigen, sammeln Hinweise und folgen den Spuren eines fiktiven Kriminalfalls. In thematisch gestalteten Räumen zu Diebstahl, Fälschung, Industriespionage, Erpressung oder sogar Vergiftung entfaltet sich eine vielschichtige Erzählung, die historische Fakten mit spannender Inszenierung verbindet.Dabei gelingt es der Ausstellung, Unterhaltung und Wissensvermittlung auf eindrucksvolle Weise zu verknüpfen.

Ragoutschüssel mit Dekor Maiglöckchen, Ph. Rosenthal & Co. AG, Selb © Foto Porzellanikon, Ramona Scherg
Wer sich lieber zurücklehnt, findet fundierte Informationen zu realen Kriminalfällen rund um Porzellan und Keramik – von spektakulären Kunstdiebstählen bis hin zu raffinierten Fälschungen. Über 60 Exponate, darunter außergewöhnliche Leihgaben aus renommierten Sammlungen, machen die Geschichten greifbar. Ob Beweisstücke aus der Polizeihistorische Sammlung Berlin, Objekte aus der Arzneihistorischen Sammlung der Technischen Universität Braunschweig oder Exponate aus dem Rundfunkmuseum Fürth – sie alle erzählen von einer Welt, in der Porzellan weit mehr ist als nur dekorativer Luxus.Besonders reizvoll ist der lokale Bezug: Anlässlich des 600-jährigen Stadtjubiläums wird Selb selbst zur Bühne dieses ungewöhnlichen Krimis. Als traditionsreiche „Weltstadt des Porzellans“ blickt Selb auf eine Geschichte zurück, die von Innovation und wirtschaftlichem Erfolg ebenso geprägt ist wie von Konkurrenz und Konflikten. Die Ausstellung greift diese Spannungen auf und macht deutlich, dass hinter dem Aufstieg des „weißen Goldes“ auch menschliche Abgründe und wirtschaftliche Interessen stehen.„Tatort Porzellan“ ist damit weit mehr als eine klassische Museumsschau. Es ist ein immersives Erlebnis, das Kunst, Geschichte und Krimi miteinander verbindet – spannend, lehrreich und überraschend aktuell. Wer sich darauf einlässt, entdeckt nicht nur faszinierende Objekte, sondern auch die Geschichten, die sich hinter ihrer makellosen Oberfläche verbergen.
21. März bis 4. Oktober 2026
www.porzellanikon.org

Dildos, Queenslove Design, Wunsiedel © Foto Porzellanikon, Ramona Scherg






