Was geschieht, wenn ein Mensch angeklagt wird, ohne zu wissen, warum? Mit „Der Prozess“ schuf Franz Kafka einen der bedeutendsten Romane des 20. Jahrhunderts – ein beklemmendes Sinnbild für Willkür, Macht und die Ohnmacht des Einzelnen gegenüber einem undurchschaubaren System.
Im Mittelpunkt steht Josef K., der eines Morgens ohne erkennbare Begründung verhaftet wird. Zwar bleibt er zunächst auf freiem Fuß, doch fortan gerät er in ein Labyrinth aus Gerichten, Beamten und widersprüchlichen Regeln. Je verzweifelter er versucht, den Grund seiner Anklage zu erfahren und sich zu verteidigen, desto tiefer verstrickt er sich in ein System, dessen Mechanismen sich jeder Logik entziehen. Zwischen Hoffnung und Verzweiflung wird sein Kampf gegen eine anonyme Bürokratie zu einer existenziellen Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit.
Mit seinem unvollendeten Roman entwirft Kafka eine beklemmende Parabel über staatliche Macht, bürokratische Willkür und die Fragilität individueller Freiheit. Seine Vision einer Welt, in der Schuld, Recht und Wahrheit unauflösbar ineinander verschwimmen, wirkt bis heute erschreckend aktuell. Fragen nach Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und den Grenzen staatlicher Kontrolle verleihen dem Stoff eine neue gesellschaftliche Brisanz.
Regisseurin Laura Linnenbaum bringt den Klassiker am Staatstheater Nürnberg auf die Bühne und rückt die zeitlose Aktualität von Kafkas Werk in den Mittelpunkt. So wird „Der Prozess“ zu einem intensiven Theaterabend, der die Zuschauerinnen und Zuschauer mit den grundlegenden Fragen nach Gerechtigkeit, Verantwortung und der Verletzlichkeit des Menschen gegenüber undurchsichtigen Machtstrukturen konfrontiert.
Premiere 26. September
weitere Aufführungen: 29. September, 4., 8., 18. und 23. Oktober, 4., 19. und 29. November, 12. Dezember 2026, 14., 17., 22. und 30. Januar, 16. Februar, 3. März, 3. und 17. April sowie 4., 15., 21. und 29. Mai 2027


