Wenn die Sonne über dem Dom zu Worms untergeht, wird die Luft schwer vor Erwartung. Die Nibelungen-Festspiele 2026 laden das Publikum erneut ein, in die glühende Welt der alten Sage einzutauchen – und doch wie nie zuvor. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr Kriemhild, die Burgunderprinzessin, deren Schicksal zwischen Liebe, Verlust und politischer Intrige oszilliert. Nach dem Tod Siegfrieds überschreitet sie Grenzen, die niemand zuvor zu überschreiten wagte: Kriemhild zieht ins Lager der Hunnen und erhebt sich zur mächtigsten Frau ihres Kontinents. Die Bühne wird zum Schlachtfeld der Gefühle, auf dem Macht, Gerechtigkeit und Leidenschaft in Flammen aufgehen.

Oliver Lansley erzählt mit „Die Hunnenkönigin“ eine Geschichte von unbändiger Stärke und radikaler Entschlossenheit. Kriemhilds Weg ist ein Drahtseilakt zwischen politischem Kalkül, schmerzhaftem Verrat und großer, vielleicht verbotener Liebe. Jede Entscheidung birgt Konsequenzen, die die Welt um sie herum erschüttern – und doch ist es genau diese Frau, deren Entschlossenheit das Schicksal ganzer Reiche verändert.
Für die Inszenierung konnten die Nibelungen-Festspiele die Londoner Theatercompagnie LES ENFANTS TERRIBLES gewinnen. Bekannt für ihre spektakuläre Mischung aus Schauspiel, Musik, Zirkus, Magie und Puppenspiel, bringen sie die Figur Kriemhilds auf eine Art zum Leben, die klassisches Theater und visuelles Spektakel zu einer berauschenden Einheit verschmelzen lässt. Ihr Theater ist wild, überraschend, körperlich und doch zutiefst poetisch – eine perfekte Entsprechung zu Kriemhilds innerer Zerrissenheit und Machtstreben.

Alice Merton © Elias Köhler

Alice Merton © Elias Köhler

Musikalisch erlebt die Inszenierung eine Premiere: Alice Merton, international gefeierte Singer-Songwriterin, komponiert eigens für „Die Hunnenkönigin“ neue Songs und wird live auf der Bühne performen. Zusammen mit Alexander Wolfe, dem britischen Musiker, Sänger und Komponisten von LES ENFANTS TERRIBLES, entsteht eine Klangwelt, die die Handlung auf eine weitere Ebene hebt. Musik, Spiel und Text verschmelzen zu einem organischen Ganzen; jeder Song, jede Melodie wird zu einem Impuls, der Kriemhilds Ambitionen, ihre Wut und ihre Sehnsucht nach Gerechtigkeit fühlbar macht.
Die Nibelungen-Festspiele 2026 sind mehr als ein Theaterabend – sie sind ein Eintauchen in ein Universum von Macht, Verrat, Liebe und Rache, erzählt mit dem Mut zu Inszenierungs-Experimenten, die das Publikum mitten ins Geschehen ziehen. Mit der Kombination aus großem Schauspiel, visuellem Spektakel und live gespielter, eigens komponierter Musik erleben die Zuschauerinnen und Zuschauer Kriemhilds Weg von der trauernden Witwe zur unangefochtenen Hunnenkönigin wie eine epische Achterbahnfahrt der Emotionen.
Worms damit erneut zu einem Zentrum epischer Geschichten, in denen Macht, Liebe und Musik aufeinandertreffen. Die Nibelungen-Festspiele 2026 versprechen einen Sommer voller Dramatik, Leidenschaft und kultureller Hochspannung – ein Ereignis, das in Erinnerung bleibt, lange nachdem der letzte Vorhang gefallen ist.
17. Juli bis 2. August 2026

Kulturprogramm
Zeitgleich eröffnet das Wormser Theater im Rahmen des Kulturprogramms eine intime, kontrastierende Perspektive: Mavie Hörbiger und Verena Altenberger präsentieren am 1. August 2026 eine musikalische Reise „Den Göttern in die Seele blicken“. Zusammen mit Clara Frühstück an zwei Klavieren erkunden sie literarische und musikalische Facetten weiblicher Selbstbestimmung, von Ingeborg Bachmann über Virginie Despentes bis zu Fragmenten aus Wagners „Ring des Nibelungen“. Ein Abend voller Intensität, Sinnlichkeit und Kraft, der die Brücke schlägt zwischen mythologischem Epos und zeitgenössischem Ausdruck, zwischen Bühnenkampf und innerer Reflexion.
1. August 2026, Wormser Theater
www.nibelungenfestspiele.de

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