Mit Giuseppe Verdis „Il Trovatore“ kehrt im November 2026 eines der großen Werke des italienischen Opernrepertoires nach fast vier Jahrzehnten auf die Bühne des Chemnitzer Opernhauses zurück. Vor dem Hintergrund der Thronfolgekämpfe im spanischen Aragón des 15. Jahrhunderts entfaltet sich ein Drama über Liebe und Eifersucht, Rache und eine Vergangenheit, der keine der Figuren entkommen kann.

Im Zentrum stehen der Troubadour Manrico und Graf Luna. Die beiden Männer sind nicht nur politische Gegner, sondern lieben auch dieselbe Frau: Leonora, Hofdame der Prinzessin von Aragón. Leonora hat sich für Manrico entschieden, doch Luna ist nicht bereit, seine Rivalität mit dem Troubadour oder dessen Beziehung zu ihr hinzunehmen.

Über dieser Dreiecksgeschichte liegt zugleich die Vergangenheit von Manricos vermeintlicher Mutter Azucena. Ihre eigene Mutter wurde einst auf Befehl von Lunas Vater als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Von Rache getrieben wollte Azucena daraufhin dessen Sohn töten – warf in ihrer Verzweiflung jedoch versehentlich ihr eigenes Kind ins Feuer und nahm stattdessen den Sohn ihres Feindes an sich.

Damit sind die Schicksale der Figuren lange vor Beginn der eigentlichen Handlung miteinander verbunden. Was zunächst als politische und romantische Rivalität erscheint, entwickelt sich zunehmend zu einer Geschichte über eine Familie, die von den Folgen früherer Gewalt eingeholt wird. Erst am Ende offenbart sich die tatsächliche Verbindung zwischen Manrico und Graf Luna.

Verdi schuf „Il Trovatore“ gemeinsam mit seinem Librettisten Salvatore Cammarano nach dem Schauspiel „El trovador“ von Antonio García Gutiérrez. Die 1853 in Rom uraufgeführte Oper gehört gemeinsam mit „Rigoletto“ und „La Traviata“ zu jener Werkgruppe, mit der Verdi seinen internationalen Durchbruch endgültig festigte. Große Chorszenen und unmittelbar wirkende dramatische Musik treffen auf einige der anspruchsvollsten Partien seines Opernschaffens.

In Chemnitz inszeniert der italienische Regisseur Jacopo Spirei das Werk, das hier erstmals seit 1987 wieder auf dem Spielplan steht. Mauro Tinti gestaltet das Bühnenbild, Giada Masi die Kostüme. Die musikalische Leitung übernehmen Kens Lui und Maximilian Otto. Daniel Pataky singt Manrico, Thomas Essl und Bernhard Hansky sind als Graf Luna vorgesehen, Fernanda Allande und Menna Cazel als Leonora sowie Paula Meisinger als Azucena. Es spielen die Robert-Schumann-Philharmonie sowie Opern- und Extrachor der Theater Chemnitz.
Premiere 21. November 
weitere Aufführungen: 5. und 20. Dezember 2026, 7. Januar, 14. Februar, 28. März, 17. April sowie 28. Mai 2027

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