Hollywood trifft auf Wiener Romantik, amerikanische Gegenwartsmusik auf Beethovens Naturidylle: Die Norddeutsche Philharmonie Rostock beschließt ihre Konzertsaison mit einem Programm, das unterschiedliche musikalische Welten miteinander ins Gespräch bringt.

Den Auftakt bildet „Celebration“ der amerikanischen Komponistin Ellen Taaffe Zwilich. Die 1939 geborene Musikerin schrieb Musikgeschichte, als sie 1983 als erste Frau den Pulitzer-Preis für Musik erhielt. Ihre 1984 entstandene Festkomposition eröffnet den Abend mit einer kraftvollen, repräsentativen Orchestersprache.

Im Zentrum des Konzerts steht Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert in D-Dur op. 35. Korngold galt bereits als Kind in Wien als außergewöhnliches musikalisches Talent und feierte mit seinen Opern frühe Erfolge. Nach seiner Emigration in die Vereinigten Staaten entwickelte er sich zu einem der einflussreichsten Filmkomponisten Hollywoods. Seine opulente Orchestersprache prägte den Klang des klassischen Abenteuerfilms nachhaltig.

Das 1945 vollendete und 1947 uraufgeführte Violinkonzert lässt diese beiden künstlerischen Welten auf faszinierende Weise zusammentreffen. Korngold verwendete darin musikalische Themen aus mehreren seiner Filmmusiken, verwandelte sie jedoch in ein anspruchsvolles Konzertwerk voller lyrischer Melodien und virtuoser Herausforderungen. Die Solopartie übernimmt die international gefragte Geigerin Viviane Hagner, deren Repertoire von den großen romantischen Violinkonzerten bis zur zeitgenössischen Musik reicht.

Nach der Pause erklingt Ludwig van Beethovens sechste Sinfonie in F-Dur op. 68, die berühmte „Pastorale“. Anders als viele seiner dramatisch zugespitzten Orchesterwerke schildert Beethoven hier die Empfindungen eines Menschen in der Natur. Vogelrufe, ein rauschender Bach, ein ländliches Fest und ein plötzlich aufziehendes Gewitter werden zu musikalischen Erlebnissen. Dabei verstand der Komponist seine Sinfonie ausdrücklich weniger als Naturmalerei denn als Ausdruck persönlicher Gefühle.

Die musikalische Leitung übernimmt Jonathan Stockhammer, der für seine Arbeit mit einem breiten Repertoire von der klassischen Sinfonik bis zur zeitgenössischen Musik bekannt ist.
27., 28. und 29. Juni 2027

www.volkstheater-rostock.de