Drei Komponisten, drei sehr unterschiedliche Wege durch die Musikgeschichte: Die Nordwestdeutsche Philharmonie präsentiert unter der Leitung von Simon Gaudenz Werke von Joseph Haydn, Robert Schumann und Paul Hindemith. Im Zentrum steht Schumanns Violinkonzert mit der Geigerin Lena Neudauer.

Joseph Haydns Sinfonie Nr. 95 in c-Moll entstand 1791 während seines ersten Aufenthalts in London. Sie gehört zu den zwölf sogenannten Londoner Sinfonien, mit denen der Komponist seine internationale Stellung als einer der bedeutendsten Musiker seiner Zeit festigte. Das Werk verbindet dramatische Energie mit jener formalen Klarheit und überraschenden musikalischen Erfindungsgabe, die Haydns Sinfonik auszeichnen.

Eine ganz andere Geschichte besitzt Robert Schumanns Violinkonzert in d-Moll WoO 1. Der Komponist schrieb es 1853, wenige Monate vor dem Ausbruch seiner schweren psychischen Erkrankung. Das Werk war für den Geiger Joseph Joachim bestimmt, gelangte jedoch zu Schumanns Lebzeiten nicht zur Aufführung und blieb über Jahrzehnte nahezu unbekannt.

Erst 1937 wurde das Konzert uraufgeführt. Seither wird es zunehmend als eigenständiges und bedeutendes Zeugnis von Schumanns spätem Schaffen wahrgenommen. Seine ungewöhnliche musikalische Sprache verlangt von der Solistin nicht nur technische Präzision, sondern auch ein besonderes Verständnis für die oft verschlungenen melodischen Entwicklungen und die nachdenkliche Atmosphäre des Werks.

Lena Neudauer zählt zu den profilierten deutschen Geigerinnen ihrer Generation. Sie machte bereits früh durch internationale Wettbewerbserfolge auf sich aufmerksam und widmet sich neben dem bekannten Konzertrepertoire immer wieder selten aufgeführten Werken. Gerade Schumanns Violinkonzert bietet Gelegenheit, ihre differenzierte musikalische Gestaltung und ihre intensive Auseinandersetzung mit dem romantischen Repertoire zu erleben.

Nach der Pause erklingt Paul Hindemiths Sinfonie „Mathis der Maler“. Die 1934 entstandene Komposition steht in engem Zusammenhang mit Hindemiths gleichnamiger Oper über den Maler Matthias Grünewald. Die drei Sätze tragen die Titel „Engelkonzert“, „Grablegung“ und „Versuchung des heiligen Antonius“ und beziehen sich auf Bildwelten des berühmten Isenheimer Altars.

Hindemith verbindet darin eine moderne, kontrapunktisch geprägte Tonsprache mit eindringlichen musikalischen Bildern. Das Werk zählt heute zu seinen bekanntesten Orchesterkompositionen und bildet einen kraftvollen Abschluss des Konzertabends.
17. Februar 2027

www.paderhalle.de