Manchmal braucht es nur zwei Buchstaben, um eine ganze Welt zu eröffnen: „AB“. Mit diesem ebenso einfachen wie vieldeutigen Zeichen setzt der Künstler Franz Vana den Ausgangspunkt seiner neuen Ausstellung in der Landesgalerie Burgenland in Eisenstadt. Ein groß geschriebenes, mehrfach angeordnetes „AB“, das ein dynamisch nach unten fallendes Farbfeld durchquert, wird zum Sinnbild für Aufbruch, Bewegung und Veränderung. Vielleicht ist es ein Anfang, vielleicht ein Abschied oder einfach ein „Ab und Zu“. Sicher ist: Es lädt dazu ein, genauer hinzusehen und weiterzudenken.
Die von Katrin Bucher Trantow kuratierte Werkschau vereint erstmals Arbeiten aus sämtlichen Schaffensperioden des Künstlers und eröffnet einen umfassenden Einblick in sein vielschichtiges Werk. Von frühen Graphitarbeiten über Bild-Text-Kompositionen und Wortbilder bis hin zu den ironisch hintergründigen „Sonntagsbildern“ und kombinatorischen Plastiken spannt sich ein faszinierender Bogen. Dabei wird deutlich, wie konsequent Vana seit Jahrzehnten die Grenzen zwischen Sprache, Bild und Objekt auslotet.

„AB“. Mit diesem ebenso einfachen wie vieldeutigen Zeichen setzt der Künstler Franz Vana den Ausgangspunkt seiner neuen Ausstellung in der Landesgalerie Burgenland in Eisenstadt. © KBB
Franz Vana, 1951 in Bad Tatzmannsdorf aufgewachsen, zählt zu den eigenwilligen Persönlichkeiten der österreichischen Gegenwartskunst. Nach einer Bäckerlehre im elterlichen Betrieb führte ihn sein Weg an die Universität für angewandte Kunst in Wien, wo er unter anderem gemeinsam mit Künstlern wie Franz Graf studierte. Sein künstlerisches Umfeld war von Persönlichkeiten wie Oswald Oberhuber und Erwin Wurm geprägt. Doch Vana entwickelte stets eine ganz eigene Bildsprache, die sich gängigen Kategorien entzieht.

Franz Vana in seinem Atelier © ORF
Seit rund fünf Jahrzehnten lebt und arbeitet er im Südburgenland. Eine ehemalige Spiritusbrennerei in Rauchwart wurde zu seinem Lebensmittelpunkt und Atelier. Von hier aus entwickelte er ein beeindruckendes multimediales Werk, das von Zeichnung, Malerei und Collage bis zu experimentellen Bildkompositionen reicht. Auch als Kulissen- und Setmaler machte er sich einen Namen: Seine Arbeiten begegnen dem Publikum mitunter sogar auf der Kinoleinwand, wenn sie in Filmen als Gemälde anstelle von Originalkunstwerken eingesetzt werden.
Besonders charakteristisch ist Vanas Umgang mit Sprache. Er schreibt Wörter nicht einfach auf die Leinwand – er malt sie. Buchstaben werden zu Bildern, Begriffe zu visuellen Rätseln und vertraute Zeichen zu überraschenden Denkanstößen. Dabei treffen analytische Präzision, spielerische Leichtigkeit und ein feiner, oft hintergründiger Humor aufeinander.
Die Ausstellung „FRANZ VANA. AB“ lädt dazu ein, dieses einzigartige künstlerische Universum zu entdecken. Sie zeigt einen Künstler, dessen Werk sich nicht auf den ersten Blick erschließt, dafür aber umso mehr Raum für eigene Gedanken und Interpretationen eröffnet. Eine spannende Begegnung mit einem außergewöhnlichen Vertreter der burgenländischen Kunstszene – und mit der Kunst, die Welt immer wieder anders zu betrachten.
Vernissage: 29. Jänner 2027
Ausstellungsdauer: 30. Jänner bis 11. April 2027
www.landesgalerie-burgenland.at

Atelier Franz Vana, Rauchwart © Franz Vana






