Die Münchner Opernfestspiele sind eine internationale renommierte Institution. In den Sommermonaten kondensiert sich im Programm eine immense Dichte an Opernrepertoire, hochkarätigste Besetzungen, mehrere Premieren und ein international anreisendes Publikum, vereint in einem einzigartigen Programm und Atmosphäre. Hier ist Musiktheater am Puls der Zeit zu erleben. Und das hat Tradition: 1875, als „Festlicher Sommer“ mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Richard Wagner ins Leben gerufen, fasst Ludwig ll. damals das Vorhaben, mit dem Architekten Gottfried Semper, ein eigenes gigantisches Opernhaus für die Festspiele bauen zu lassen, was später im Bau des Prinzregentheaters mündete. Architekt Max Littmann, bekannt für das Münchner Hofbräuhaus, orientierte sich stark am Bayreuther Festspielhaus, 1901 wurde das „Prinze“ eröffnet. Der Zuschauerraum wurde ohne Logen geplant, ein Plädoyer für das Bürgertheater, in dem alle Besuchende gleichberechtigt waren. Neben einer Opern- und einer Ballettpremiere im Nationaltheater ist das Prinzregententheater der Ort der zweiten Opernpremiere innerhalb der Festspiele. Insgesamt werden innerhalb kürzester Zeit mehrere Neuproduktionen der jeweiligen Spielzeit gebündelt erlebbar sein – das Brennglas der jeweiligen Saison. Seit mehr als 25 Jahren ist Oper für alle, eine Opernliveübertragung aus dem Nationaltheater unter freiem Himmel für mehrere tausend Menschen, ein fester Bestandteil der Festspiele. Mit zahlreichen Konzerten – Orchester, Kammermusik und Solorecitals – entsteht so ein ausgedehnter Sommermonat, der zu außeralltäglichen Erfahrungen lädt, Kultur auf höchstem Niveau zu erleben.

Ausgabe 2023
In den Opernfestspielen 2023 sind die Neuproduktionen vereint, die sich auf den Leitgedanken der aktuellen Spielzeit berufen. Zwei konträr erscheinende Komplexe, Krieg und Liebe, sind eng miteinander verwoben: Krieg und Frieden, Liebe und Hass, zwischen Völkern und Nationen, zwischen Religionen, zwischen Liebenden, zwischen Familien, zwischen Tyrannen und Individuen, und in jedem einzelnen Menschen. Zum Abschluss der Opernfestspiele liegt der Schwerpunkt auf Werken von Giuseppe Verdi und Richard Wagner, zwei Komponisten, die Antagonisten in Vision und Temperament sind, Anführer konkurrierender musikalischer Strömungen. Mit Aida – als Neuproduktion bei Oper für alle erlebbar -, Otello und Don Carlo von Verdi und Lohengrin – ebenfalls eine Neuproduktion -, Tristan und Isolde von Wagner stehen fünf der größten Opern auf dem Spielplan. Der Zustand der Liebe könnte hier unterschiedlicher nicht betrachtet werden. Es wird ein Ringen der Titanen, ein Plädoyer für die Liebe. Die zwei Opernpremieren der Festspiele, Hamlet von Brett Dean und Semele von Georg Friedrich Händel, verbinden frühestes Musiktheater mit zeitgenössischem. Weitere Opernaufführungen: Krieg und Frieden von Sergej S. Prokofjew, Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart und Dido and Aeneas / Erwartung von Henry Purcell / Arnold Schönberg als weitere Neuproduktionen der aktuellen Spielzeit und Repertoirehighlights wie Boris Godunow von Modest P. Mussorgski und Salome von Richard Strauß. Der Ballettabend Heute ist morgen mit zeitgenössischen Choreographien feiert zum Anfang der Festspiele Premiere, ergänzt durch die Neuproduktionen Schmetterling von Sol León und Paul Lightfoot und Tschaikowski-Ouvertüren (AT) von Alexi Ratmansky.
23. Juni bis 31. Juli 2023

www.staatsoper.de