Die Entwicklung Kiels ist untrennbar mit der Schifffahrt verbunden. Schon bei der Gründung 1242 war Kiel als Hafenstadt angelegt. Denn mit seiner Lage am Ende der langen Förde bot der Ort, der zunächst Holstenstadt tom Kyle hieß, Schiffen natürlichen Schutz. An seinen fünf Ausstellungs­orten gibt das Kieler Stadt- und Schifffahrts­museum beeindruckende Einblicke in Geschichte und Werdegang der Fördestadt.

Das eindrucksvolle Museumsgebäude am Fördeufer – von Stadtbaurat Georg Pauly – entworfen, wurde 1910 als städtische Fischhalle eingeweiht. Hier konzentrierte sich der Groß- und Einzelhandel, der bis dahin dezentral am Hafen stattfand, nun unter einem gemeinsamen Dach.
Besucher können rund 600 Exponate bei einem Ausstellungsrundgang durch diese vier großen Themenbereiche bestaunen. Durchgänge zu verschiedenen Sonderthemen in den umliegenden Kabinetten, den sogenannten Seitenschiffen, laden dazu ein, sich eingehender mit der Kieler Seefahrtsgeschichte zu befassen.
Ein Kabinett ist beispielsweise dem Thema „Kolonialgeschichte“ mit ihren ethnografischen Exponaten aus Ostasien oder der Südsee gewidmet. Ein anderes Kabinett zeigt die „blauen Jungs“, die die deutsche Marinebegeisterung personifizieren und die zugleich Auslöser des Kieler Matrosenaufstandes von 1918 waren.
Die Geschichte der Kieler Werften – angefangen vom Holzschiffbau bis zu modernen Tankern – wird durch Themenkabinette, die zum Beispiel den U-Boot-Bau sowie den Schiffbauboom der Wirtschaftswunderjahre dokumentieren, ergänzt. Auch die weltweit beachteten nautischen Erfindungen aus Kiel wie der Kreiselkompass und das Echolot haben ihren festen Platz in der Ausstellung.
Gut 60 große und kleinere Schiffsmodelle unterschiedlichster Typen, darunter Frachter, Passagierschiffe, Kreuzer, U-Boote oder Segelyachten, dokumentieren die verschiedenen Epochen der Seefahrtsgeschichte aus der Zeit der Großsegler, Dampfer und Motorschiffe.

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