Die Anhaltische Gemäldegalerie in Dessau macht sichtbar, wie Gemälde von gestern unsere Gegenwart berühren – ein Haus, das Altmeister und moderne Perspektiven in einen spannungsreichen Dialog stellt.

Die Anhaltische Gemäldegalerie zählt zu den bedeutendsten Sammlungen Alter Meister in Mitteldeutschland. Ihr Reich ist das Schloss Georgium im weitläufigen Gartenreich Dessau-Wörlitz, wo die Galerie seit 1959 gastiert und das historische Ambiente mit Kunst verbindet.

Die Galerie geht auf Sammlungen zurück, die sich im Lauf von Jahrhunderten im Fürstenhaus Anhalt und bei städtischen Institutionen bildeten, und wurde 1927 offiziell gegründet. Heute präsentiert sie knapp 1.800 Gemälde sowie 18.000 grafische Arbeiten – vom Spätmittelalter bis in die Moderne. Der Schwerpunkt liegt auf Werken des 15. bis 19. Jahrhunderts, mit markanten Vertretern wie Lucas Cranach dem Älteren und deutschen Malern der Goethezeit.

Blick in die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau © Anhaltische Gemäldegalerie Dessau

Blick in die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau © Anhaltische Gemäldegalerie Dessau

In über 20 Räumen der Dauerausstellung entfaltet sich in chronologischer Ordnung ein Blick auf Epochen, Stilentwicklungen und Persönlichkeiten der Kunstgeschichte. Auch Teile der grafischen Sammlung werden im Rahmen von Sonderpräsentationen sichtbar. Die Galerie versteht sich als lebendiger Ort: Vermittlungsprogramme, Führungen und Forschungsprojekte (etwa Provenienzerforschung zu NS-Zugängen) ergänzen das Kunsterlebnis.

Ein Besuch der Anhaltischen Gemäldegalerie ist also mehr als das Betrachten historischer Bilder – er ist eine Begegnung mit der kulturhistorischen Identität Dessaus, mit künstlerischer Tradition und einem Haus, das Kunstgeschichte bewahrt und zugleich transparent macht.

gemaeldegalerie.dessau-rosslau.de