Hausregisseur Alexander Eisenach bringt nach „Götz von Berlichingen“ und „Sankt Falstaff“ nun auch „Der Untertan“ auf die Bühne – eine weitere pointierte Auseinandersetzung mit Gesellschaften am politischen Wendepunkt.
Heinrich Manns Roman „Der Untertan“ (1914) ist ein hellsichtiges Porträt des Wilhelminischen Kaiserreichs – eine Gesellschaft, geprägt von Nationalismus, Opportunismus und blindem Autoritätsglauben. Im Zentrum steht Diederich Heßling: ein ängstliches, unsicheres Kind, das sich im Laufe seines Lebens zum mustergültigen Untertanen entwickelt. Nach oben buckelnd, nach unten tretend – mit dieser „Radfahrermentalität“ arbeitet er sich empor. Am Stammtisch gibt er sich als wortgewaltiger Patriot, doch sein Auftreten bleibt hohl, seine Reden folgen niemals Taten.
Mann zeichnet Heßling nicht als reine Karikatur, sondern als tief verformte Persönlichkeit – ein früher Vorbote autoritärer Geisteshaltungen, die später im Faschismus münden sollten. Der Satz „Nichts Menschliches hielt Stand vor der Macht“ steht dabei sinnbildlich für das Denken einer ganzen Epoche.
Premiere 9. Oktober
weitere Aufführungen: 10., 12. und 17. Oktober 2025






