Die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien gehört zu den international bedeutenden Kunstsammlungen Österreichs und umfasst heute etwa 1200 Gemälde vom 15. bis zum 20. Jahrhundert.
Seit Gründung der Akademie 1692 ist sie Teil einer der ältesten Kunstuniversitäten Europas. Von Beginn an diente sie als Lehrsammlung und Anschauungsmaterial für angehende Künstler und für die Dozenten.
Den Grundstock bilden daher Aufnahmestücke von Akademiemitgliedern und Preisstücke von Studierenden sowie Werke der Professoren.

Im Herbst 2021 übersiedelt die Akademie der bildenden Künste Wien wieder zurück in Theophil Hansens historistischen Prachtbau am Schillerplatz in der Wiener Innenstadt. Die logistische und denkmalpflegerische Herausforderung, die traditionsreiche Kunsthochschule samt dem angegliederten, international bedeutenden Museum umfassend zu renovieren und gleichzeitig den räumlichen und technischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts zu entsprechen, sie hatte sich zwar, man weiß es, als enorm erwiesen. Umso größer ist daher nun nicht nur bei Johan Hartle, dem Rektor der Akademie der bildenden Künste, und seinem Team die Vorfreude auf die baldige Wiederöffnung.

Bosch, Cranach, Rembrandt, Rubens
Neupräsentation der Schausammlung
Aktuell allerdings lässt sich die herausragende Bedeutung der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste auch im barocken Palais Lobkowitz auf einzigartige Weise nachvollziehen: Im dort angesiedelten Theatermuseum befindet sich noch bis August 2021 das Ausweichquartier der Kunstinstitution, hier präsentiert die Gemäldegalerie unter dem vielsagenden Titel „Bosch, Cranach, Rembrandt, Rubens“ ausgewählte Highlights ihrer wertvollen Altmeistersammlung,, so etwa natürlich auch das berühmte „Weltgerichts-Triptychon” von Hieronymus Bosch. Zudem sind durch die erst kürzlich erfolgte Umgestaltung der Galerieräume nach längerer Pause nun wieder einige der bekanntesten Meisterwerke der holländischen Malerei zu sehen, Rembrandts faszinierendes „Bildnis einer jungen Dame” (1632) etwa oder auch das mit 1655 datierte „Trompe-l’oeil-Stillleben” des Malers (und Kunsttheoretikers) Samuel van Hoogstraten. Erstmals im Palais Lobkowitz gezeigt wird überdies das Gemälde „Würfelspielende Knaben” von Bartolomé Estéban Murillo (1618–1682). Die Umgestaltung ermöglicht es zudem, auch selten gezeigte Schätze der Sammlung in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken wie etwa die kleinformatige Allegorie „Der Tabulettkrämer” von Godefridus Schalken (1643–1706) und die Historienszene „Christus unter den Schriftgelehrten” des spanischen Barockmalers Matías de Torres. Parallel zu dieser Schau präsentiert die Gemäldegalerie im Palais Lobkowitz auch sorgsam kuratierte Sonderausstellungen, die man keinesfalls missen sollte.
bis 21. August 2021

„Vielschichtig”. Anthonis van Dycks „Jugendliches Selbstbildnis”
Im Dezember 2020 kehrt Anthonis van Dycks „Jugendliches Selbstbildnis” nach längerer Reise wieder zurück in die Schausammlung. Das von van Dyck (1599–1641) im Alter von etwa 15 Jahren geschaffene Selbstporträt zählt zu den außergewöhnlichsten und bekanntesten Werken der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien. Die Sonderpräsentation „Vielschichtig” stellt dieses berühmte Gemälde nun in den Mittelpunkt der Betrachtung und liefert Einblicke in die Ergebnisse eines umfangreichen und ungemein faszinierenden Restaurierungs- und Forschungsprojekts. Der mit Hilfe naturwissenschaftlich-technischer Methoden bewerkstelligte Blick unter die Maloberfläche nämlich liefert überraschende Hinweise zur Entstehungsgeschichte des Bildes. Dabei wird überdies ein über die Jahrhunderte gut verstecktes Geheimnis gelüftet: Unter dem Porträt verborgen liegt eine figürliche Darstellung in felsiger Landschaft. Die übermalte Komposition hinterlässt für das freie Auge kaum wahrnehmbare Spuren auf der Oberfläche des Gemäldes, wird nun aber durch bildgebende Verfahren wie etwa Röntgen-Radiographie sichtbar gemacht.
Entdeckt wurde dieses verborgene Bild anlässlich der Restaurierung von Van Dycks Selbstbildnis im Jahre 2012, vor seiner Verleihung zur großen monografischen van Dyck-Ausstellung im Prado (Madrid).
bis 2. Mai 2021

Große Eröffnungsausstellung der Akademie der bildenden Künste Wien anlässlich der Rückübersiedelung an den Schillerplatz
Die schon erwähnte Wiedereröffnung der Akademie der bildenden Künste Wien am Schillerplatz im Herbst 2021 wird natürlich von einer großen Eröffnungsausstellung begleitet werden. Sie verspricht neue, spannende Perspektiven, konnte dafür doch das international tätige indische Kurator_innen-Trio Raqs Media Collective gewonnen werden: Jeebesh Bagchi, Monica Narula und Shuddhabrata Sengupta werden einen externen Blick auf die Sammlungen der Akademie werfen und ihre thematische Neuausrichtung begleiten, sie aber auch mit dem aktuellen, zeitgenössischen Kunstschaffen in Bezug setzen. „Ich erwarte mir von der Zusammenarbeit mit Raqs Media Collective einen Blick von außen auf die Akademie – ihre Sammlungen, ihre Geschichte, aber auch ihre Gegenwart, um relevante, neue Akzente für die interne Weiterentwicklung zu setzen. Neben klaren geographischen Schwerpunkten in Zentral- und Osteuropa will die Akademie internationale Kooperationen mit Ländern des globalen Südens und des nordatlantischen Raumes weiter ausbauen. Dadurch sollen dem stark eurozentristischen Blick des Kunstgeschehens Perspektiven aus den konstruierten Peripherien entgegenstellt werden”, erklärt Rektor der Akademie Johan Hartle.
ab Oktober 2021

www.akademiegalerie.at