Krystian Zimerman und Brahms – eine künstlerisch ideale Konstellation seit frühesten Tagen:  Nun ist Zimerman im kammermusikalischen Teamwork in zwei von Brahms’ drei Klavierquartetten in Luzern zu erleben.

Großartige, anspruchsvolle Werke, um deren künstlerische Vollendung Brahms lange gerungen und an ihnen immer wieder von neuem gefeilt hatte. Denn Vorbilder für diese Gattung, auf die sich Brahms hätte berufen können, gab es nur wenige. Sozusagen allein auf weitem Felde gelangen ihm dennoch drei Meisterwerke. Offenbar haben sie teilweise einen autobiografischen Hintergrund, denn zum dritten Klavierquartett meinte Brahms gegenüber seinem Verleger:

„Außerdem dürfen Sie auf dem Titelblatt ein Bild anbringen, nämlich einen Kopf – mit der Pistole davor. Nun können Sie sich einen Begriff von der Musik machen. Ich werde Ihnen zu dem Zweck meine Fotografie schicken! Blauer Frack, gelbe Hose und Stulpstiefel …” Brahms also im „Werther”-Kostüm: Eine nur spaßhaft angedeutete Identifikation mit Goethes jugendlichem Selbstmörder? Wie auch immer, am hohen Ernst dieser Musik lässt sich nicht zweifeln.
6. Oktober 2022

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