Die Kunsthalle Mainz zeigt die erste Einzelausstellung von Britta Marakatt-Labba im deutschsprachigen Raum. Rund 60 Textilarbeiten geben einen konzentrierten Einblick in das Werk einer der wichtigsten künstlerischen Stimmen Nordskandinaviens.

Britta Marakatt-Labba, geboren 1951 in Sápmi, verbindet in ihren Arbeiten Kunst, Aktivismus und kulturelles Gedächtnis. Seit Jahrzehnten setzt sie sich für die Rechte der Sámi ein – als Künstlerin ebenso wie als Mitbegründerin der Máze Gruppe, die maßgeblich zur Sichtbarkeit und Selbstbestimmung samischer Identität beigetragen hat. International bekannt wurde Marakatt-Labba spätestens seit ihrer Teilnahme an der documenta 14.

Britta Marakatt-Labba – Stitched Tracks, Garjját | The Crows 1981, Handstickerei auf Leinen, 41 × 102 cm. © Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und KORO – Public Art Norway, Oslo

Britta Marakatt-Labba – Stitched Tracks, Garjját | The Crows 1981, Handstickerei auf Leinen, 41 × 102 cm. © Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und KORO – Public Art Norway, Oslo

Im Zentrum ihres Werks stehen fein gestickte, narrative Textilien, die von der Kosmologie, den Traditionen und dem Lebensraum der Sámi erzählen. Bewegung, Natur und das enge Verhältnis zwischen Menschen, Tieren und Umwelt prägen diese Bildwelten ebenso wie aktuelle Themen: ökologische Zerstörung, Extraktivismus und die Verdrängung indigener Lebensweisen. Mit tausenden präzise gesetzten Stichen entstehen fragile, stille Erzählräume, in denen Landschaft, Erinnerung und Widerstand miteinander verwoben sind.

Die Ausstellung macht sichtbar, wie Marakatt-Labba Stoff als Medium des Denkens nutzt: als Ort für Fragen nach Zugehörigkeit, Verantwortung und dem Überleben einer verletzlichen Welt. Ihre Arbeiten beeindrucken durch formale Klarheit, erzählerische Tiefe und ein außergewöhnliches Gespür für Bildraum, Rhythmus und Stille.
30. Januar bis 26. Juli 2026

www.kunsthalle-mainz.de