Seit Jahrhunderten prägen Künstlerinnen die Geschichte der bildenden Kunst – und dennoch sind ihre Werke oft unsichtbar geblieben. Die Ausstellung „Künstlerinnen! Von Monjé bis Münter“ im Kunstpalast Düsseldorf widmet sich erstmals in dieser Breite einer Gruppe von 31 Künstlerinnen, die in Düsseldorf tätig waren, lange bevor Frauen regulär an der renommierten Kunstakademie studieren durften.
Die Schau eröffnet einen faszinierenden Blick auf eine Epoche, in der die Entscheidung, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen, nicht nur Talent und Leidenschaft erforderte, sondern auch Mut, Ausdauer und finanzielle Mittel für den privaten Unterricht. Künstlerinnen wie Elisabeth Jerichau-Baumann, Marie Wiegmann oder Paula Monjé gelang es, sich in einem männerdominierten Umfeld zu behaupten. Heute sind viele dieser Namen weitgehend in Vergessenheit geraten – und die in dieser Ausstellung präsentierten Werke werden seit dem 19. Jahrhundert teilweise erstmals öffentlich gezeigt.
Paula Monjé, Frau in altdeutschem Kostüm, 1878 Öl auf Leinwand, Kunstpalast, Düsseldorf, Foto: Kunstpalast – LVR-ZMB, Annette Hiller- ARTOTHEK

Paula Monjé, Frau in altdeutschem Kostüm, 1878 Öl auf Leinwand, Kunstpalast, Düsseldorf, Foto: Kunstpalast – LVR-ZMB, Annette Hiller- ARTOTHEK

Die Exponate illustrieren nicht nur die individuelle künstlerische Handschrift, sondern auch die Vielfalt der Themen, Techniken und Ausdrucksformen, die Frauen in dieser Zeit entwickelten. Sie bewegten sich zwischen Porträtmalerei, Stillleben, Landschaften und allegorischen Szenen, oft geprägt von einer feinen Sensibilität und einem eigenständigen ästhetischen Anspruch. Gleichzeitig dokumentieren die Werke die Herausforderungen und Begrenzungen, denen Frauen in der Kunst ausgesetzt waren, und erzählen vom Ringen um Sichtbarkeit und Anerkennung.
Die Ausstellung lädt dazu ein, die bisher unsichtbaren Strukturen der Kunstgeschichte zu hinterfragen und einen „zweiten Blick“ auf das 19. und frühe 20. Jahrhundert zu werfen. Sie erweitert das Verständnis dieser Epoche grundlegend und macht deutlich, dass die Kunstgeschichte ohne den Beitrag der Künstlerinnen unvollständig bleibt. Besucherinnen und Besucher erleben, wie Frauen die künstlerischen Diskurse ihrer Zeit beeinflussten und Räume für ihre eigene Stimme schufen, oft gegen gesellschaftliche Widerstände.
„Künstlerinnen! Von Monjé bis Münter“ ist somit nicht nur eine Präsentation von Werken, sondern ein Statement für Gleichberechtigung, Erinnerung und Wertschätzung. Die Ausstellung fordert dazu auf, den Blick zu schärfen und die Geschichte der Kunst neu zu lesen – mit allen Facetten, die bislang im Schatten standen.
25. September 2025 bis 1. Februar 2026

www.kunstpalast.de

Gabriele Münter, Margret Umbach, 1932, Öl auf Leinwand, Sammlung Dreiländermuseum Lörrach, Foto: Dreiländermuseum Lörrach/Axel Hupfer © VG Bild-Kunst, Bonn 2025

Gabriele Münter, Margret Umbach, 1932, Öl auf Leinwand, Sammlung Dreiländermuseum Lörrach, Foto: Dreiländermuseum Lörrach/Axel Hupfer © VG Bild-Kunst, Bonn 2025