Das Lausitz Festival lädt vom 25. August bis 13. September 2026 erneut in eine der vielschichtigsten Kulturlandschaften Europas ein – von Brandenburg über Sachsen bis ins polnische Grenzgebiet. Unter dem Inspirationswort „geschöpferisch“ wird die Region zur Bühne eines internationalen Kunstfestivals, das Theater, Musik, Tanz, Film, Literatur und bildende Kunst miteinander verbindet und in einen intensiven Dialog mit Geschichte und Gegenwart stellt. Seit seiner Gründung hat sich das Festival als künstlerische Brücke zwischen regionaler Verankerung und internationaler Strahlkraft etabliert. Spielorte sind dabei nicht nur klassische Theaterhäuser, sondern auch Industrieanlagen, Kirchen, Schlösser, Parks und Filmtheater – Orte, die die besondere Atmosphäre der Lausitz unmittelbar spürbar machen.
Eröffnet wird die Ausgabe 2026 mit einer außergewöhnlichen Verbindung aus Musik und Auszeichnung: Im Rahmen der Verleihung des neu geschaffenen Credo-Preises erklingt in Görlitz ein Teil der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Das Werk wird ergänzt durch neu in Auftrag gegebene zeitgenössische „Credo“-Kompositionen, die den traditionellen Text in einen aktuellen, persönlichen Bekenntnisraum übersetzen. Ein Schwerpunkt des Programms liegt auf großen Theaterproduktionen. In Cottbus wird Corinna Harfouch gemeinsam mit Götz Schubert in einer Neuinszenierung von Shakespeares „Hamlet“ auftreten. In der Titelrolle ist Linn Reusse zu sehen. Daneben entwickelt der Schweizer Regisseur Christoph Marthaler einen abgründig-humoristischen Musiktheaterabend, während Michael Sturminger mit einer neuen Produktion auf Texte von Kafka und Shakespeare reagiert und Fragen nach Freiheit und Gemeinschaft verhandelt.

Tenebrae mit Nigel Short © Sim Canetty-Clarke
Auch die regionale und junge Theaterszene ist präsent: Der Jugendklub des Piccolo Theaters Cottbus erarbeitet mit „gehen bleiben“ eine Uraufführung über Lebensrealitäten junger Menschen und deren Zukunftsfragen. Im Musikprogramm setzt das Festival auf internationale Spitzenensembles. Der Tenebrae Choir feiert sein 25-jähriges Bestehen mit einem A-cappella-Programm, während der Pianist Pierre-Laurent Aimard Werke von György Kurtág und Bach gegenüberstellt. Ergänzt wird das Programm durch Jazz- und Improvisationsprojekte, darunter ein international besetztes Trio um Vincent Peirani.
Neben den Bühnenproduktionen spielen Diskursformate wie das Lausitz Labor oder „Streit & Zuversicht“ eine wichtige Rolle und eröffnen Räume für gesellschaftliche Debatten. Auch Lesungen, Workshops und Ausstellungen erweitern das Festivalprogramm und machen die Lausitz erneut zu einem Resonanzraum europäischer Gegenwartskultur. Das Lausitz Festival 2026 verbindet damit künstlerische Experimentierfreude mit gesellschaftlicher Reflexion – und verwandelt eine Region im Wandel in einen Ort schöpferischer Vielfalt.
25. August bis 13. September 2026
www.lausitz-festival.eu


