Mit vierzehn immersiver Environments von Lucio Fontana bis Judy Chicago interessiert sich diese Ausstellung zum ersten Mal für die Entstehung einer Praxis, die sich seit den 1990er-Jahren zu einer Hauptausdrucksform im Kunstbereich entwickelt.

Während uns immer mehr Veranstaltungsprojekte eine Immersion in Gemälde berühmter Kunstschaffender (Vincent van Gogh, Gustav Klimt, Frida Kahlo …) anbieten, das heißt in Bilder, die nicht dafür geschaffen wurden, mittels Augmented-Reality-Vorrichtungen vorgeführt zu werden, lädt die Ausstellung Immersion. Die Ursprünge: 1949–1969 das Publikum ein, zu entdecken, wie seit mehr als 70 Jahren Kunstwerke eigens für die Immersion konzipiert wurden.
In einem geschlossenen Environment vermitteln diese Werke eine neue Erfahrung, die Körper und Sinne anspricht. Sie brechen mit dem Alltag und bieten die Möglichkeit, sich mit einer alternativen Realität zu verknüpfen: Publikum und Kunstwerk werden so Teil desselben Ökosystems. Die 1950er- und 1960er-Jahre sind eine Zeit, in der sich die Vorstellungswelt des Raums erweitert. Zugleich wird das traditionelle Verständnis des Kunstwerks in Frage gestellt, und man entwickelt Vorrichtungen, die sich als experimentell verstehen. Das Interesse für immersive Werke geht zudem einher mit dem Wunsch, den Museumsraum zu demokratisieren und die Besucher stärker einzubeziehen.

Judy Chicago, "Feather Room", 1966 © 2023, ProLitteris, Zurich

Judy Chicago, „Feather Room”, 1966 © 2023, ProLitteris, Zurich

Während des coronabedingten Lockdowns reduzierte die sensorische Deprivation unsere Tätigkeiten auf eine rein visuelle und informationsbezogene Wahrnehmung. Heute kommt der Rekorporalisierung unserer Beziehung zu Kunst und Museum eine besondere Bedeutung zu. Die Ausstellung rückt das Experiment in den Mittelpunkt der Kunstbegegnung; sie schlägt eine neue Verknüpfung von Körper und Raum vor und lädt zu einer multisensorischen Wahrnehmung ein.
4. November 2023 bis 3. März 2024

www.mcba.ch