Ein Mann am Rand der Gesellschaft, getrieben von Not, Liebe und Wahn: Woyzeck zeigt den Menschen als Versuchsanordnung – schonungslos, poetisch und von Tom Waits’ Musik mit düsterer Schönheit durchzogen.
Ein Mensch als Experiment: Woyzeck hetzt von einem Job zum nächsten, um seine Familie über Wasser zu halten. Er rasiert Offiziere, dient als Soldat und stellt seinen Körper für zweifelhafte medizinische Experimente zur Verfügung. Armut, Pflicht und Erniedrigung zwingen ihn in ein Leben ohne Atempausen. Der Doktor behandelt ihn wie ein Studienobjekt, die Gesellschaft wie ein Werkzeug. Als Marie, sein einziger Halt, sich dem Tambourmajor zuwendet, bricht Woyzecks fragile Welt endgültig zusammen. Zurück bleibt ein Mann, gefangen zwischen Angst, Abhängigkeit und Verzweiflung – bis Gewalt zum letzten Ausweg wird.
Georg Büchners fragmentarisches Drama trifft auf die Musik von Tom Waits – mal roh und zornig, mal zart und melancholisch. Gemeinsam mit Kathleen Brennan und Regisseur Robert Wilson verwandelte Waits das Stück in ein fatalistisch-schönes Musiktheater, das 2000 in Kopenhagen uraufgeführt wurde.
In der Inszenierung von Mille Maria Dalsgaard steht der Mensch als Forschungsobjekt im Mittelpunkt – ausgeliefert an Armee, Armut und Arznei, an Mechanismen, die das Individuum zerreiben. Die Musik wird zum inneren Echo dieser Welt: sie pulsiert, trotzt, bricht auf – als Ausdruck einer Sehnsucht, die trotz allem nicht verstummt.
Premiere 20. Februar
weitere Aufführung: 31. Mai 2026





