Böse Komik, sprachliche Exzesse und drei unvergessliche Frauenfiguren: Mit „Die Präsidentinnen“ bringt das Residenztheater München einen modernen Klassiker des österreichischen Dramatikers Werner Schwab auf die Bühne – eine ebenso groteske wie bissige Komödie über Größenfantasien, Frust und soziale Enge.

In einer bescheidenen Wohnküche sitzen drei Frauen unterschiedlichen Alters beisammen: Erna, Grete und Mariedl. Während im Fernsehen der Papst predigt, reden sie vor allem über sich selbst – und über die Welt da draußen. Mit viel Lust an der Sprache, voller Halbwissen, moralischer Selbstgewissheit und scharfer Spitzen gegen die jeweils anderen entwickeln sie immer neue Fantasien über ihr Leben und ihre Bedeutung.

In diesen erfundenen Welten werden sie zu bedeutenden Persönlichkeiten, zu Stars ihrer eigenen Geschichten. Besonders Erna und Grete steigern sich immer weiter in ihre selbst erschaffenen Illusionen hinein, berauschen sich an ihren eigenen Sprachkaskaden und Selbstinszenierungen. Doch schließlich wird diese fragile Fantasiewelt erschüttert, als Mariedl die beiden aus ihren Träumereien zurück auf den Boden der Realität holt – mit fatalen Folgen.

Der österreichische Dramatiker Werner Schwab gilt als radikaler Erneuerer des Volksstücks und als Sprachvirtuose, der mit seiner eigenwilligen, grotesken Sprache einen völlig neuen Bühnenton entwickelte. In „Die Präsidentinnen“, einem seiner sogenannten „Fäkaliendramen“, zeichnet er drei Frauen, die mit Bauernschläue und Überlebenswillen ihren bescheidenen Platz im Leben verteidigen wollen – und dabei immer wieder über ihren eigenen Größenwahn stolpern.

Am Residenztheater München bringt Regisseurin Claudia Bauer diesen modernen Klassiker auf die Bühne und legt dabei besonderen Wert auf die musikalische Kraft von Schwabs Sprache sowie auf das Zusammenspiel der drei Figuren, deren groteske Fantasien und Abgründe zugleich komisch und erschreckend wirken.
Premiere 12. Juni 2026

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