Schauspiel von Daniel Kehlmann nach dem Buch „Voyage of the Damned“ von Gordon Thomas und Max Morgan-Witts. Daniel Kehlmann bringt die Handlung in zeitübergreifender Fiktion auf die Bühne, erwähnt die aktuellen Fluchtdramen mit keiner Silbe. Und dennoch hat man als Zuschauer auch diese Bilder permanent vor Augen. Im Bewusstsein des Ausgangs wird die ganze Geschichte erzählt. Die Figuren treten aus dem Dialog, reflektieren ihren Charakter und verraten ihre Gedanken. Sie spielen mit dem Wissen um ihr Ende. Für die meisten ist es ein Schreckliches. 

Frühjahr 1939. Die St. Louis verlässt Hamburg. Ihr Ziel ist Havanna. An Bord sind über 900 deutsche Juden auf der Flucht vor dem Nazi-Terror. Menschen fliehen vor Hass und Verfolgung. Lassen alles hinter sich. Ihr Weg? Ungewiss! Ihre Hoffnung? Ein Leben in Würde und Freiheit! Im Jahr 1939 gehen 937 Juden in Hamburg an Bord der St. Louis. Sie wollen nach Kuba und von dort weiter in die USA oder andere Länder. Doch der kubanische Präsident verbietet die Einreise. Die HAPAG in Hamburg protestiert. Immerhin wurden an den Minister für Einwanderung, Benitez, horrende Summen für Landegenehmigungen gezahlt. Die erweisen sich nun als illegal und wertlos. Benitez fühlt sich als Protegé von General Batista sicher und rechnet mit der Bestechlichkeit des Präsidenten. Der mächtige Batista verhält sich still. Und der Präsident ist vorsichtig und bleibt hart. Die St. Louis muss den Hafen verlassen. Kapitän Gustav Schröder kämpft um seine Passagiere: Der Hebräischlehrer Aaron Pozner. Nur sein Tagebuch wird ihn überdauern.
12. März 2024

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