Mit Alban Bergs Oper „Wozzeck“ zeigt das Staatstheater Braunschweig ein musikalisches Meisterwerk der Moderne, das auch 100 Jahre nach seiner Uraufführung nichts von seiner Wucht und gesellschaftlichen Relevanz verloren hat.

In einer abgestumpften, ausbeuterischen und von klaren Hierarchien geprägten Gesellschaft ist der Soldat Wozzeck ein machtloser Außenseiter: In einfachsten und prekären Umständen lebend steht er im sozialen Gefüge ganz unten. Jemand wie er hat „nur ein Eckchen in der Welt“: Die Liebe zu Marie und ihrem gemeinsamen unehelichen Kind. Von seinem Hauptmann unterdrückt und von einem Arzt für menschenverachtende Experimente missbraucht, plagen ihn zunehmend Wahnvorstellungen. Als Marie dann noch eine Affäre mit dem Tambourmajor beginnt, verliert Wozzeck den letzten Halt. Die Aussichtslosigkeit seiner Existenz treibt ihn schließlich selbst zu einer Gewalttat.

Bei der Uraufführung seiner Adaption von Georg Büchners Fragment vor 100 Jahren, am 14. Dezember 1925, stieß Alban Bergs „Wozzeck“ noch auf Unverständnis. Heute gilt seine facettenreiche Partitur als Meilenstein der Moderne. In ihr vereint er nicht nur verschiedene Stile und Formen vom Barock bis zur Spätromantik und Atonalität, sondern nutzt die gesamten Möglichkeiten der Stimme von gesprochenem Wort, rhythmischem Sprechen bis zu ariosem Gesang und schafft ein musikalisch expressives Seelendrama, das – wie die zentralen Themen der Handlung – bis heute nichts an Intensität verloren hat.
Premiere 12. Oktober 2025
weitere Aufführungen: 16. und 26. Oktober, 9., 21. und 29. November 2025, 17. und 25. Januar 2026

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