Intendant Knut Weber hatte bereits im April die Entscheidung getroffen, den gesamten Spielplan 2020/21 um ein Jahr zu verschieben und für diese Saison eine Art „Joker-Spielzeit“ zu kreieren – mit neuen Formaten und speziell angepassten räumlichen Lösungen.

Knut Weber will an allen bereits angefragten Regieteams festhalten. Und so wird Servé Hermans die Eröffnungspremiere im Großen Haus inszenieren: „(R)Evolution. Eine Anleitung zum Überleben im 21. Jahrhundert” von Yael Ronen und Dimitrij Schaad, ein Stück über Künstliche Intelligenz und die Auswirkungen der digitalen Revolution auf den Alltag der Menschen – „mit absurden Begegnungen zwischen Menschen und Maschinen”.
Auch Regie-Altmeister Claus Peymann hat zugesagt: Er wird „Die Nashörner” von Eugène Ionesco inszenieren. „Es ist das Stück der Stunde – sowohl politisch als auch epidemiologisch”, meint Weber. Eine Stadt wird infiziert – von einer autoritären populistischen, narzistischen Strömung und verwandelt alle Einwohner in antihumane Horden lärmender Nashörner.
„Der Schneesturm” erzählt ebenfalls von einer Krankheit. Mareike Mikat setzt das Wintermärchen von Vladimir Sorokin in Szene. Was beginnt wie eine Erzählung aus dem 19. Jahrhundert, entpuppt sich als fantastische Irrfahrt durch das ländliche Russland einer nahen Zukunft. Der Landarzt Garin will so schnell wie möglich in den Ort Dolgoje, um die Menschen dort gegen eine rätselhafte Krankheit zu impfen, die jeden Infizierten zum Zombie macht. Seine Reise durch den Schneesturm führt in eine Märchenwelt die mehr und mehr Ingredienzien einer Hochtechnologiegesellschaft aufweist.
Ekat Cordes wird mit „Max und Moritz” ein Stück entwickeln, zu dem Tobias Hofmann die Musik schreiben wird. Philipp Moschitz wird mit dem Off-Broadway-Rock-Musical „Hedwig and the Angry Inch” aus dem Jahr 1998 betraut, ein Stück über eine erdachte Rock-‘n’-Roll-Band mit einer Ost-Berliner Drag-Queen. Von dieser Spielzeit in die nächste verschoben wird „Vor Sonnenaufgang” (Regie: Jochen Schölch) sowie „Tyll” nach dem Roman von Daniel Kehlmann in der Fassung von Alexander Nerlich. Es bleibt außerdem bei „Geschlossene Gesellschaft” von Jean-Paul Sartre unter der Regie von Schirin Khodadadian. Darüber hinaus inszeniert Mona Sabaschus „Amsterdam” von Maya Arad Yasur.
Daneben sind eine Reihe von Downtown-Projekten geplant. Peter Reisser tüftelt gerade an seinem Soloabend „Die Welt steht auf kein’ Fall mehr lang lang lang”, Renate Knollmann und Dea Froh wollen „Knollmannschen Froh(n)sinn” verbreiten. Und Oberspielleiterin Mareike Mikat plant Lot Vekemans Stück „Judas” in einer Kirche.

Großes Haus
„(R)Evolution – Eine Anleitung zum Überleben im 21. Jahrhundert”
Premiere: 24. September 2020

„Der Schneesturm”
Premiere: 24. Oktober 2020

„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” (Wintermärchen) nach dem gleichnamigen tschechisch-deutschen Märchenfilm von Václav Vorliček und
Premiere: 22. November 2020

„Die Nashörner” von Eugène Ionesco
Premiere: Februar 2021

„Max und Moritz” (Uraufführung)
Musical nach Motiven von Wilhelm Busch
Premiere: Februar 2021

„Hedwig and the Angry Inch”
Musical, Buch von John Cameron Mitchell, Musik und Gesangstexte von Stephen Trask
Premiere: März 2021

„Vor Sonnenaufgang” von Ewald Palmetshofer
Premiere: April 2021

Kleines Haus
„Amsterdam” von Maya Arad Yasur
Premiere: 26. November 2020

„Geschlossene Gesellschaft” von Jean-Paul Sartre
Premiere: Februar 2021

„Tyll” nach dem Roman von Daniel Kehlmann
Premiere: März 2021

Turm Baur
„Die Konferenz der Vögel” von Jean-Claude Carrière, nach einem Epos von Fariduddin Attar, Fassung von Knut Weber
Premiere: 19. September 2020

„Soul Kitchen” Schauspiel mit Musik nach dem Drehbuch von Fatih Akin und Adam Bousdoukos
Premiere: Juni 2021

Downtown
„LIEDERliches liebesLEBEN – Songs über dem ABGRUND”  von und mit Andrea Frohn und Renate Knollmann
Premiere: September 2020

„Die Welt steht auf kein’ Fall mehr lang, lang, lang, lang – Ein Liederabend” von und mit Peter Reisser
Premiere: Oktober 2020

„Judas” von Lot Vekemans
Premiere: Frühjahr 2021

www.theater.ingolstadt.de