Mit dem 10. Sinfoniekonzert setzt die Magdeburgische Philharmonie einen markanten Schlusspunkt der Saison und verbindet zeitgenössische Klangsprache mit romantischer Virtuosität und klassischer Sinfonik.

Im Opernhaus des Theater Magdeburg entfaltet sich ein Konzertabend, der bewusst unterschiedliche musikalische Welten miteinander in Beziehung setzt. Mit Elizabeth Ogoneks „All These Lighted Things“ eröffnet ein Werk der Gegenwart den Abend – geprägt von farbenreicher Orchestrierung, rhythmischer Energie und einer vielschichtigen Klangsprache, die den Raum unmittelbar in Bewegung versetzt.

Dem gegenüber steht Max Bruchs „Schottische Fantasie“ für Violine und Orchester, interpretiert von Timothy Chooi. Das Werk verbindet romantische Ausdruckskraft mit folkloristischen Einflüssen und schafft ein klangliches Spannungsfeld zwischen virtuoser Solopartie und orchestraler Klangfülle.

Den Abschluss bildet Dmitri Schostakowitschs Sinfonie Nr. 9 – ein Werk, das mit Erwartungen bricht und statt monumentaler Größe eine überraschend leichte, bisweilen ironische Tonsprache entwickelt. Zwischen klassischer Form, satirischen Untertönen und subtiler Spannung entfaltet sich eine Musik, die zugleich zugänglich und vieldeutig bleibt.

So entsteht ein Konzertabend, der Gegensätze nicht glättet, sondern bewusst nebeneinanderstellt: Gegenwart und Tradition, Virtuosität und Ironie, Leichtigkeit und Tiefe treten in einen lebendigen Dialog und machen das 10. Sinfoniekonzert zu einem vielschichtigen Abschluss der Spielzeit.
4. und 5. Juni 2026

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