Das Programm des 4. Tonhallekonzerts mit Werken von Walentyn Sylwestrow und Sergei Rachmaninow  erhielt in den vergangenen Monaten ungeahnte, tragische Aktualität. Der jüngst aus Kiew geflüchtete Komponist Walentyn Sylwestrow wurde einer grösseren Allgemeinheit bekannt. Die Umstände dafür sind traurig, aus musikalischer Sicht ist die gewachsene Bekanntheit aber ungemein bereichernd, gilt Sylwestrow in den Augen von Arvo Pärt doch als „der interessanteste zeitgenössische Komponist”.
Sylwestrows 7. Sinfonie ist eng mit dem Tod seiner Frau verbunden und durchzogen von „Momenten schmelzender Schönheit und Sehnsucht” (Sylwestrow). Auch Anna Fedorova, die in dieser Saison ihren Rachmaninow-Zyklus mit dem Sinfonieorchester St.Gallen und Modestas Pitrenas abschliesst, stammt aus Kiew. In der letzten Aufnahmesession in der Tonhalle steht das Klavierkonzert Nr. 3 auf dem Programm, und natürlich läßt man es sich nicht nehmen, auch dieses Konzert vor Publikum zu präsentieren und es eintauchen zu lassen in Rachmaninows nostalgisch-spätromantische Klangwelt.
18. November 2022

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