Nach einer umfassenden Sanierungsphase erstrahlt die Villa Stuck ab 18. Oktober 2025 in neuem Glanz. Fassaden, Bauskulpturen und der erweiterte Künstlergarten empfangen Besucherinnen und Besucher in einem ebenso historischen wie modernen Ambiente. Die Historischen Räume präsentieren sich mit frischer Hängung, neuen Werken und aktualisierter Ausstattung. Die Wiedereröffnung widmet sich zwei herausragenden Ausstellungen, die das Spektrum zeitgenössischer Kunst in München eindrucksvoll erweitern: das radikal-collaborative Schaffen von Chicks on Speed und die leuchtende Malerei der britischen Künstlerin Louise Giovanelli. Beide Ausstellungen werfen Licht auf die Vielstimmigkeit, performative Kraft und soziale Relevanz von Kunst – und eröffnen einen Dialog zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Chicks on Speed: Utopia, Foto: Wolf-Dieter Grabner
Chicks on Speed: Utopia
Seit 1995 verbinden Alex Murray-Leslie und Melissa E. Logan Kunst, Performance, Musik, Mode und Aktivismus zu einem disruptiven Gesamtkunstwerk. Gegründet an der Münchner Akademie, entwickelte das Kollektiv über drei Jahrzehnte hinweg Projekte, die Einflüsse von Dada, Fluxus, Situationismus und Queer-Feminismus aufgreifen. Die Ausstellung Utopia unternimmt eine Zeitreise durch fast 30 Jahre kollaboratives Schaffen: von legendären Clubprojekten wie der „Seppi Bar“ über Soundcollagen, Filme, Skulpturen und Textildesigns bis hin zu pädagogischen Workshops. Begleitet wird die Schau von der Veröffentlichung des neuen Albums HEAR&NOWTopia und des Box-Sets HEARtopia. Kuratorinnen und Mitglieder des Kollektivs – darunter Kathi Glas, Tina Frank, Leslie Johnson, Anat Ben-David und Alex Murray-Leslie – eröffnen einen intimen Einblick in ein Werk, das Kunst als soziale Praxis begreift, Konventionen hinterfragt und dabei stets radikal experimentell bleibt. Utopia zeigt, wie Chicks on Speed Technologien, Medien und Performance verbindet, um gesellschaftliche Strukturen humorvoll, subversiv und visionär zu kommentieren.
18. Oktober 2025 bis 1. März 2026

Louise Giovanelli, Scala, 2024, Oil on linen © DACS 2025. Photo © White Cube (David Westwood)
Louise Giovanelli: A Song of Ascents
Die britische Malerin Louise Giovanelli (1993) inszeniert in großformatigen Ölgemälden Momente zwischen Erwartung, Bühne und kollektiver Erfahrung. Ihre leuchtenden, detailreichen Werke thematisieren Rituale, soziale Zusammenhänge und den Wechsel zwischen Glamour und Abgründigkeit. Inspiriert von Fotografien, Filmstills und ikonischer Kunstgeschichte, verschmelzen in Giovanellis Gemälden Stoffe, Licht und Textur zu theatralischen Szenen, in denen kollektives Glück die Vereinzelung des Individuums transzendiert. Neben neuen Arbeiten zeigt die Ausstellung auch eine Auswahl früherer Werke, die ihre Entwicklung als zentrale Figur der jungen britischen Malerei nachzeichnen. Mit der Gründung der Apollo Painting School in Manchester engagiert sie sich zudem für die nächste Künstlerinnengeneration. A Song of Ascents eröffnet ein Bewusstsein für die performative Kraft von Malerei, die zwischen Realität und Illusion, Ekstase und Kontemplation oszilliert.
18. Oktober 2025 bis 1. März 2026
www.villastuck.de






