Mit der Ausstellung „INTO THE UNSEEN“ verabschiedet sich eine der bedeutendsten privaten Fotosammlungen der Gegenwart aus Europa – bevor rund 6.500 Werke der WALTHER COLLECTION als Schenkung an das Metropolitan Museum of Art in New York übergehen. In den Deichtorhallen Hamburg entfaltet sich diese letzte große Schau als eine vielstimmige Meditation über das Unsichtbare: über Spiritualität, Erinnerung, Transformation und die sinnliche Dimension fotografischer Erfahrung.
Die Ausstellung spannt ein eindrucksvolles Panorama von historischen bis zu zeitgenössischen Positionen – von Eadweard Muybridge, dem Pionier der Bewegungsstudien, bis zu Künstlerinnen und Künstlern wie Cang Xin, Rotimi Fani-Kayode, Santu Mofokeng, Berni Searle, Yang Fudong und Jo Ractliffe. Ihnen allen gemeinsam ist das Streben, Fotografie über die reine Sichtbarkeit hinaus zu denken – als Medium, das das Hörbare, Tastbare, ja das Körperlich-Spirituelle berührt.

Martina Bacigalupo, Gulu Real Art Studio, 2011-2012, Courtesy the artist and The Walther Collection, New York / Neu-Ulm
Kuratiert von Nadine Isabelle Henrich (Haus der Photographie) und Prof. Tina M. Campt (Princeton University), in enger Zusammenarbeit mit Artur Walther, entfaltet sich die Schau in vier multisensorischen Kapiteln. Sie aktiviert das, was die Kuratorinnen als „andere Register des Sehens“ beschreiben – eine Wahrnehmung, die weniger auf das Auge als auf die Resonanz von Klang, Textur und Atmosphäre zielt. Damit stellt „INTO THE UNSEEN“ die vertraute Rolle der Fotografie als Werkzeug des Dokumentarischen radikal in Frage: Nicht mehr das Abbild der Wirklichkeit steht im Vordergrund, sondern die Erfahrung ihrer inneren Schwingung.
Die Ausstellung zeigt neue Auftragsarbeiten, darunter eine Soundinstallation des kolumbianischen Fotografen Felipe Romero Beltrán und eine raumgreifende Fotoinstallation der Künstlerin und Forensikerin Ana María Gómez López. Beide Werke erweitern den fotografischen Raum um akustische und körperliche Dimensionen – sie machen hörbar und fühlbar, was sonst im Bild verborgen bleibt.
„INTO THE UNSEEN“ ist nicht nur eine Hommage an die künstlerische Vision Artur Walthers, sondern auch eine Reflexion über das Ende einer Ära: über den Übergang einer visionären Sammlung von einem privaten in einen öffentlichen Kontext. Indem die Deichtorhallen Hamburg dieses Vermächtnis zeigen, wird der fotografische Blick neu justiert – weg vom bloßen Sehen, hin zum Erspüren der Welt in all ihren unsichtbaren Tiefen.
24. Oktober 2025 bis 26. April 2026
www.deichtorhallen.de

Martina Bacigalupo, Gulu Real Art Studio, 2011-2012, Courtesy the artist and The Walther Collection, New York / Neu-Ulm
















