Wie erzählen wir einander die Welt? Diese Frage begleitet Besucherinnen und Besucher im Museum für Kommunikation Frankfurt vom ersten Schritt an. Auf 2.500 Quadratmetern entfaltet das Haus eine ebenso lebendige wie vielschichtige Reise durch die Geschichte menschlicher Verständigung – von den frühesten Schriftzeugnissen wie der Keilschrift bis zur Kommunikation der Gegenwart mit Social Media, Messenger-Diensten und Künstlicher Intelligenz.

Die Dauerausstellung „Mediengeschichte(n) neu erzählt!“ überrascht dabei nicht nur mit historischen Schätzen wie Telegrammen der Titanic, einem Postbus von 1925 oder der legendären Verschlüsselungsmaschine Enigma. Sie zeigt zugleich, wie stark Beschleunigung, Vernetzung und Medienkompetenz unsere Lebenswelt prägen. Zahlreiche interaktive Stationen laden zum Ausprobieren ein – von frühen Fernschreibern bis zu digitalen Tools. Kinder erkunden in thematischen Workshops die Welt der Geheimcodes, werden zu Detektivinnen oder Geheimagenten und lernen spielerisch die Mechanismen heutiger Kommunikation kennen.
Gegenwartsnah und gesellschaftlich relevant präsentieren sich die großen Wechselausstellungen des Hauses. Mit „New Realities: Fashion Fakes – KI Fabriken“ rückt das Museum die rasante Bedeutung künstlicher Intelligenz im Bereich Mode und Bildproduktion in den Fokus. Hyperrealistische Texturen, KI-generierte Fantasiekreationen und surreale Stilwelten bilden einen eindrucksvollen Parcours, der zeigt, wie Algorithmen unsere Sehgewohnheiten verändern. Das Key Visual – ein schillernd künstliches Modebild, kontrastiert durch einen nüchternen Überwachungsmonitor – macht das zentrale Thema deutlich: Wo endet Realität, wo beginnt Fiktion?

Blick in die Ausstellung „NACHRICHTEN – NEWS” © Museum für Kommunikation Frankfurt

Blick in die Ausstellung „NACHRICHTEN – NEWS” © Museum für Kommunikation Frankfurt

Einen weiteren Schwerpunkt setzt die Ausstellung „NACHRICHTEN – NEWS“, die erstmals die Rolle von Nachrichtenagenturen wie dpa, AFP oder Reuters umfassend beleuchtet. Besucherinnen und Besucher werden eingeladen, die eigene Beziehung zu Nachrichten zu reflektieren: Welche Informationen erreichen uns – und warum? Wie unterscheiden wir Fakten von Manipulation? Und welche Verantwortung tragen Medien in einer von Krisen erschütterten Welt? Mit historischen Bildern, multimedialen Installationen und Beispielen aus dem globalen Nachrichtengeschehen zeigt die Schau, wie komplex Wahrheitsfindung geworden ist – und warum sie heute wichtiger ist denn je.
bis 6. September 2026

Blick in die Ausstellung „NACHRICHTEN – NEWS” © Museum für Kommunikation Frankfurt

Blick in die Ausstellung „NACHRICHTEN – NEWS” © Museum für Kommunikation Frankfurt

Ab Januar 2026 folgt ein weiterer historisch-politischer Akzent: „Die Nazis waren ja nicht einfach weg“. Die Wanderausstellung des Schulmuseums der Universität Erlangen-Nürnberg widmet sich dem Umgang mit dem Nationalsozialismus in Deutschland nach 1945 – ein Thema, das besonders für junge Menschen vielschichtige Fragen aufwirft. Entwickelt gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, rückt die Ausstellung die Perspektiven von Überlebenden, Täterkindern und nachfolgenden Generationen in den Mittelpunkt.

Illustrationen aus der Ausstellung „Die Nazis waren ja nicht einfach weg“ © David von Bassewitz

Illustrationen aus der Illustrationen aus der Ausstellung „Die Nazis waren ja nicht einfach weg“ © David von Bassewitz

Mit neuen Themeninseln zu Künstlicher Intelligenz erweitert das Museum zudem ab Dezember 2025 seine Dauerausstellung. Sie thematisieren die Beziehung zwischen Mensch und Maschine, zeigen KI-gestützte Text- und Bildproduktion und stellen zentrale ethische Fragen: Wie verändert KI unsere sozialen Fähigkeiten? Welche Verantwortung tragen Entwicklerinnen und Entwickler? Und wie begegnen wir Systemen, die immer menschlicher wirken?
Ob historische Artefakte, sozialpolitische Debatten oder technologische Zukunftsfragen – das Museum für Kommunikation Frankfurt macht deutlich, wie eng unsere persönliche Geschichte mit der Geschichte der Medien verbunden ist. Und es zeigt, wie wichtig es bleibt, Kommunikation immer wieder neu zu begreifen.
www.mfk-frankfurt.de

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