Mit Benjamin Brittens „Ein Sommernachtstraum“ bringt das Theater Bielefeld im Dezember 2026 eine der faszinierendsten Opern des 20. Jahrhunderts auf die Bühne. Nach William Shakespeares berühmter Komödie treffen darin Menschen, Elfen und Handwerker in einem nächtlichen Wald aufeinander – und geraten in ein immer turbulenteres Geflecht aus Liebe, Eifersucht, Magie und Verwechslung.

Im Reich der Elfen herrscht Streit. Oberon und Tytania, König und Königin der Feen, liegen miteinander im Konflikt. Um sich an Tytania zu rächen, beauftragt Oberon den Kobold Puck mit einem besonderen Zauber: Der Saft einer magischen Blume soll dafür sorgen, dass sich ein Schlafender beim Erwachen in das erste Wesen verliebt, das ihm begegnet.

Doch im nächtlichen Wald befinden sich längst noch andere Menschen. Hermia liebt Lysander, soll nach dem Willen ihres Vaters jedoch Demetrius heiraten. Helena wiederum ist hoffnungslos in Demetrius verliebt. Die vier jungen Menschen verfolgen einander durch den Wald – ideale Voraussetzungen für Pucks Zauberei.

Was folgt, ist ein immer komplizierteres Liebeschaos. Der Zauber trifft nicht nur die falschen Personen, sondern verändert die Beziehungen zwischen den Figuren innerhalb weniger Augenblicke. Aus Liebe wird Ablehnung, aus Zurückweisung plötzlich Leidenschaft und niemand scheint mehr zu wissen, welche Gefühle tatsächlich die eigenen sind.

Gleichzeitig probt eine Gruppe von Handwerkern ein Theaterstück für die bevorstehende Hochzeit des Herzogs Theseus mit Hippolyta. Auch sie geraten in die magische Welt des Waldes. Besonders den Weber Bottom trifft es: Puck verwandelt seinen Kopf in den eines Esels – woraufhin sich ausgerechnet die verzauberte Tytania unsterblich in ihn verliebt.
Benjamin Britten machte Shakespeares Komödie 1960 gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Peter Pears zur Oper. Das Libretto greift große Teile des Shakespeare-Textes unmittelbar auf, konzentriert die Handlung jedoch stärker auf die geheimnisvolle Welt des Waldes.

Auch musikalisch unterscheiden sich die verschiedenen Welten deutlich voneinander. Die Elfen erhalten eine schwebende, beinahe übernatürliche Klangsprache, die Liebespaare bewegen sich in einer anderen musikalischen Sphäre und die Handwerker sorgen mit ihrer bewusst überzeichneten Theateraufführung für den komischen Höhepunkt.

Am Theater Bielefeld übernimmt Nadja Loschky die Regie, die musikalische Leitung liegt bei Generalmusikdirektor Robin Davis. Damit trifft Shakespeares jahrhundertealte Komödie auf Brittens ebenso fantasievolle wie raffinierte Musiksprache.
„Ein Sommernachtstraum“ wird so zu einer Oper über die Unberechenbarkeit der Liebe – und über eine einzige Nacht, in der Identitäten, Beziehungen und Gewissheiten durcheinandergeraten, bevor am Morgen scheinbar wieder Ordnung in die Welt zurückkehrt.
Premiere 5. Dezember 2026
weitere Aufführungen: 8., 17. und 27. Dezember 2026, 23. Januar, 3. und 21. Februar sowie 27. März 2027

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