Ein Abend ganz im Zeichen Ludwig van Beethovens: Die Pianistin Elisabeth Leonskaja gastiert gemeinsam mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie in der Rhein-Mosel-Halle Koblenz. Auf dem Programm stehen drei Werke, die den revolutionären Geist des Komponisten auf unterschiedliche Weise erfahrbar machen.
Elisabeth Leonskaja gehört zu den bedeutendsten Pianistinnen ihrer Generation. Seit Jahrzehnten wird die in Tiflis geborene Musikerin für ihre tiefgründigen Interpretationen der klassischen und romantischen Klavierliteratur geschätzt. Ihre künstlerische Entwicklung war eng mit Swjatoslaw Richter verbunden, dessen musikalische Haltung sie nachhaltig beeinflusste. Besonders die Werke Beethovens nehmen einen zentralen Platz in ihrem Repertoire ein.
Den Auftakt bildet die Ouvertüre zu „Coriolan“ op. 62. Beethoven komponierte sie 1807 für das gleichnamige Trauerspiel von Heinrich Joseph von Collin. Mit schroffen Akkorden, dramatischen Kontrasten und leidenschaftlichen melodischen Entwicklungen schildert die Musik den inneren Konflikt des römischen Feldherrn Coriolan, der zwischen Stolz, Rache und familiärer Bindung steht.
Im Anschluss erklingt Beethovens fünftes Klavierkonzert in Es-Dur op. 73. Das zwischen 1809 und 1810 entstandene Werk zählt zu den großen Höhepunkten der Konzertliteratur. Bereits zu Beginn tritt das Klavier mit einer ausgedehnten virtuosen Passage hervor, bevor das Orchester das majestätische Hauptthema vorstellt. Besonders eindrucksvoll ist der langsame zweite Satz, dessen entrückte Atmosphäre unmittelbar in das temperamentvolle Finale übergeht.
Nach der Pause steht Beethovens dritte Sinfonie in Es-Dur op. 55, die „Eroica“, auf dem Programm. Mit ihrer außergewöhnlichen Länge, ihrer dramatischen Entwicklung und der konsequenten Verarbeitung musikalischer Motive veränderte sie die Vorstellungen davon, was eine Sinfonie leisten konnte. Ursprünglich mit Napoleon Bonaparte in Verbindung gebracht, wurde das Werk schließlich zu einer musikalischen Auseinandersetzung mit Heldentum und menschlicher Größe.
Die musikalische Leitung übernimmt Marzena Diakun. Gemeinsam mit der Rheinischen Philharmonie und Elisabeth Leonskaja entsteht ein Beethoven-Abend, der drei zentrale Aspekte seines Schaffens vereint: dramatische Ausdruckskraft, instrumentale Virtuosität und sinfonische Kühnheit.
19. März 2027

