Im Herzen Hamburgs, unmittelbar neben dem Rathaus am Alten Wall gelegen, zeigt das Bucerius Kunst Forum jährlich vier Ausstellungen mit Kunstwerken zu Themen von der Antike bis zur Gegenwart. Es ist ein Ort des Austauschs und der Begegnung in allen Bereichen der Bildenden Kunst. Innerhalb weniger Jahre erwarb das Bucerius Kunst Forum das Vertrauen der bedeutendsten Museen der Welt, auf dessen wertvolle Leihgaben – von der Antike bis zur Gegenwart – es zählen kann.

Die Ausstellungen zeigen künstlerische Zusammenhänge und Beziehungen zwischen Epochen und Disziplinen auf und schlagen Brücken zwischen alter und neuer Kunst. Die Werke werden mit einer neuen These befragt und unter einem konkreten Aspekt betrachtet – eine Ausstellung zum Werk von Henri Matisse etwa versammelte zum ersten Mal seine Portraits, die Ausstellung über Frida Kahlo widmete sich erstmals den Verbindungen zwischen der mexikanischen und der europäischen Kunst, die Schau zu Pablo Picasso beleuchtete erstmalig das Fenster als zentrales Motiv in allen Schaffensperioden des Künstlers. So gewinnen auch Kenner neue Eindrücke und Erkenntnisse.

Im Auditorium mit seinen bis zu 199 Plätzen präsentiert das Haus ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm: Kammerkonzerte, Vorträge, Lesungen und Gespräche beleuchten das Thema der jeweiligen Ausstellung aus der Perspektive der verschiedenen Künste. Sie zeigen, dass die bildende Kunst keineswegs isoliert in der Kultur­geschichte dasteht.

Moderne Zeiten
Industrie im Blick von Malerei und Fotografie
Die Ausstellung spürt den Entwicklungen und Veränderungen der künstlerischen Industriedarstellung über den Zeitraum von 175 Jahren nach. Mit 40 Gemälden und 150 Fotografien wird dieses Genre im Dialog der Medien präsentiert. Dabei spannt die Ausstellung einen Bogen von den idyllischen Fabrikansichten der 1850er Jahre über die zunehmend sozialkritischen Tendenzen ab 1900 und die Subjektive Fotografie der Nachkriegszeit zu den Bildreportagen der 1960er/70er Jahre. Den Endpunkt bildet die Auseinandersetzung zeitgenössischer Fotografen mit den Veränderungen unseres Planeten durch die industrielle Ausbeutung der Ressourcen.
26. Juni bis 26. September 2021

Nolde und der Norden
Emil Nolde zählt zu den bekanntesten und auf Grund seiner späteren nationalsozialistischen Überzeugung umstrittensten Künstlern der Klassischen Moderne. Die Ausstellung des Bucerius Kunst Forums in Kooperation mit der Nolde Stiftung Seebüll untersucht erstmals sein Frühwerk im Spiegel der nordischen Kunst. Rund 80 größtenteils zwischen 1900 und 1902 entstandene Werke Emil Noldes werden den Gemälden von nordischen Künstlerinnen und Künstlern dieser Zeit wie Georg Nicolai Achen, Anna Ancher, Michael Ancher, Vilhelm Hammershøi, Peter Ilsted, Peder Severin Krøyer, Ejnar Nielsen und Laurits Andersen Ring gegenübergestellt.
1900 besuchte Nolde die Weltausstellung in Paris und war zutiefst beeindruckt von der dort gezeigten Kunst Skandinaviens. Noch im selben Jahr entschloss er sich nach Kopenhagen zu reisen, mietete sich dort ein Atelier und widmete sich dem Studium der dänischen Malerei. Die motivischen und stilistischen Eigenheiten der nordischen Künstlerinnen und Künstler inspirierten ihn außerordentlich und führten zu eigenen ungewöhnlichen Kompositionen. Ein wichtiges Sujet dieser Zeit stellt die Welt des Fantastischen dar, die Nolde aus literarisch und mündlich überlieferten Sagen des Nordens schöpfte. Auch in der Darstellung von Interieurszenen und stimmungsvollen Landschaftsgemälden sind die skandinavischen Vorbilder zu spüren. So trug Noldes Zeit in Dänemark maßgeblich zur Entwicklung seiner Kunst bei.
16. Oktober 2021 bis 23. Januar 2022

www.buceriuskunstforum.de