Das Opernhaus Zürich ist das grösste Opernhaus der Schweiz. Es bietet Platz für 1100 Besucher. Das Opernhaus Zürich wird seit 2012 von Intendant Andreas Homoki, Generalmusikdirektor Fabio Luisi und Ballettdirektor Christian Spuck geleitet. Hier ein paar Empfehlungen bis zum Frühjahr 2022.

Il Trovatore Giuseppe Verdi
Verdis Trovatore muss einen grossen Widerspruch aushalten – nämlich den, eine der meistkritisierten und zugleich eine der populärsten Opern des gesamten Repertoires zu sein. Anlass zur Kritik bot die düstere, ohne Kenntnis der Vorgeschichte kaum verständliche Handlung. Grund für die seit der triumphalen Uraufführung anhaltende Popularität des Stückes ist Verdis ungebremster melodischer Erfindungsreichtum, die auf scharfen Kontrasten aufbauende musikalische Dramaturgie und die Brillanz der Gesangspartien.
Premiere am 24. Oktober 2021
weiter Aufführungen 28. Oktober 2021, 2., 6., 9., 12., 17., 20. und 26. November 2021, 

Die Odysee von Leonard Evans
Nach dem Ende des Trojanischen Kriegs macht sich Odysseus auf den Heimweg nach Ithaka. Die Göttin Athene wünscht dem siegreichen Helden eine schnelle Rückkehr. Doch der Meeresgott Poseidon lässt Odysseus und seine Gefährten nicht so schnell an ihr Ziel gelangen und schickt sie auf eine Reise voller Abenteuer. Ganze zehn Jahre dauert es, bis der griechische Held endlich zu seiner Frau Penelope und seinem Sohn Telemachos zurückkehrt. Auf seiner Irrfahrt kreuz und quer durch das Mittelmeer wird Odysseus’ Schiff von Wind und Wellen durchgeschüttelt und an zahlreiche unbekannte Ufer geworfen. Berückend schöne Orte wie das Land der Lotos-Esser, aber auch unzählige Gefahren warten auf die Heimkehrer.
Premiere am 13. November 2021
weitere Aufführungen 21. und 28. November 2021, 4., 7., 11., 15., 16. und 26. Dezember 2021, 8. und 16. Januar 2022

Die Fledermaus von Johann Strauss
Johann Strauss’ berühmtestes Werk Die Fledermaus ohne Geigen und ohne Plüsch, dafür mit Bass, Gitarre und schrägen Rhythmen: Regisseur Stefan Huber bringt den Klassiker in einer Form auf die Bühne, die Liebhaber und Hasser von Operetten gleichermassen zu begeistern vermag. In der Geschichte um Vergnügungssucht, Schadenfreude und elende Besäufnisse singen, spielen und betrügen Tobias Bonn und Christoph Marti (Geschwister Pfister) als übersättigtes Ehepaar Gabriel und Rosalinde. Musik und Figuren wirbeln wild durch sämtliche Epochen, von der Belle Époque bis zur Hippie-Zeit.
Premiere am 11. Dezember 2021
weitere Aufführungen 12., 15., 16., 17., 18., 19., 22., 23., 26., 28., 29., 30. und 31. Dezember 2021, 5., 6., 7., 8., 9., 11., 12., 13., 14. und 15. Januar 2022

Dialogues des Carmélites von Francis Poulenc
Im Zentrum steht die junge Blanche de la Force, die seit ihrer Kindheit unter Angstattacken leidet und Zuflucht im Kloster der Karmeliterinnen findet. In der Weltabgeschiedenheit des Ordens herrscht ein harter, von Selbstüberwindung geprägter Alltag vor. Als die Revolution in die Stille des Klosters einbricht und sich die Klosterfrauen für das Martyrium entscheiden, überwindet zuletzt auch Blanche ihre Todesangst und schliesst sich den Ordensschwestern an. Poulencs Musik ist theatralisch effektvoll, soghaft und voll von lyrisch-intimen Momenten. Ganz in der Tradition Claude Debussys legt Poulenc den Akzent auf das Gespräch der Schwestern, dessen Hauptgegenstand das Martyrium ist. Dabei werden Tod und Leid jedoch nicht verklärt, sondern problematisiert. Das zeigt sich nicht zuletzt an der kranken Priorin, deren Todeskampf Poulenc in aller Schonungslosigkeit darstellt.
Premiere am 13. Februar 2022
weitere Aufführungen 17., 19., 25. und 27. Februar 2022, 3. und 5. März 2022

L’ Italiana in Algeri von Gioachino Rossini
Mustafà, den algerischen Herrscher in Rossinis Oper, reizt nichts Weibliches mehr in seinem Harem. Seine Hauptfrau Elvira will er mit seinem Lieblingssklaven verkuppeln und nach Italien entsorgen, für sich selbst plant er neue sexuelle Erfahrungen. Eine feurige Italienerin soll her. Und siehe da: Am Horizont taucht ein Schiff mit der gewünschten Beute auf. Isabella heisst die Reisende, die auf der Suche nach ihrem verschollenen Geliebten Lindoro ist, Mustafàs Lieblingssklaven. Doch die gefangene Isabella weiss die Verliebtheit des Beys auszunutzen, ganz nach dem Motto: «Wer sich zum Lamm macht, den frisst der Wolf.» Beeindruckt von Isabellas resolutem Wesen, entdeckt Macho Mustafà urplötzlich die süsse Lust von männlicher Selbstaufgabe und Unterwerfung, die am Ende in seiner Ernennung zum «Pappataci» gipfelt: einem Ehemann, der nichts sieht, sondern nur noch isst und schweigt. Isabella und ihr Lindoro können getrost die Segel hissen…
Premiere am 6. März 2022
weitere Aufführungen 8., 10.,13., 15., 17., 20., 25. und 31. März sowie am 5. April 2022

L´Olimpiade von Giovanni Battista Pergolesi
Dieses Barock-Opern-Projekt, das in der vergangenen Spielzeit unmittelbar vor der Premiere dem Corona-Lockdown zum Opfer fiel, verfolgt einen ganz ausserordentlichen musiktheatralischen Ansatz: Es kombiniert Arien aus Giovanni Battista Pergolesis selten gespielter Oper L’Olimpiade mit einem Dokumentarfilm, den der in Berlin lebende Schauspiel- und Musiktheaterregisseur David Marton und die österreichische Filmemacherin Sonja Aufderklamm über alte Menschen in Zürich gedreht haben. Marton ist bekannt für seine Erforschung neuer theatraler Formen und lotet in dieser Produktion neue Spannungsfelder zwischen Klang, bewegten Bildern und Szene aus, zwischen Oper und Wirklichkeit, Gesang und menschlichen Schicksalen.
Premiere am 12. März 2022
weitere Aufführungen 13., 16. und 19. März 2022

www.opernhaus.ch