Ein fast vergessenes Klavierkonzert des jugendlichen Beethoven steht im Zentrum eines ungewöhnlichen Konzertabends. Daniil Trifonov und die Berliner Barock Solisten entdecken Werke, die selbst Kennern des klassischen Repertoires neue Perspektiven eröffnen.
Ludwig van Beethoven war vermutlich erst 13 Jahre alt, als er sein Klavierkonzert in Es-Dur WoO 4 komponierte. Das Frühwerk ist nur in einer Klavierfassung mit Hinweisen auf die Orchesterbegleitung überliefert und wird heute in rekonstruierten Fassungen aufgeführt. Bereits hier lässt sich das außergewöhnliche Talent eines jungen Musikers erkennen, der später die Entwicklung der europäischen Musik grundlegend verändern sollte. Elegante Melodien und virtuose Passagen erinnern an die Wiener Klassik, während einzelne musikalische Gedanken bereits auf Beethovens spätere Eigenständigkeit vorausweisen.
Mit Daniil Trifonov übernimmt einer der faszinierendsten Pianisten seiner Generation den Solopart. Der russische Musiker gewann 2011 den Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb und begeistert seither mit Interpretationen, die technische Brillanz und außergewöhnliche klangliche Fantasie vereinen. Sein Interesse reicht weit über die großen romantischen Klavierwerke hinaus und schließt auch weniger bekannte Kompositionen ein.
Das Programm eröffnet Wolfgang Amadeus Mozarts Adagio und Fuge in c-Moll KV 546. Mit Beethovens Großer Fuge in B-Dur op. 133 folgt anschließend ein Werk von beinahe revolutionärer Kühnheit. Ursprünglich als Finale eines Streichquartetts konzipiert, überschreitet die Komposition mit ihren schroffen Kontrasten und komplexen kontrapunktischen Entwicklungen die Erwartungen ihrer Entstehungszeit.
Carl Philipp Emanuel Bachs Sinfonie in e-Moll Wq 178 schlägt eine Brücke zwischen barocker Tradition und klassischer Ausdruckswelt. Zum Abschluss kehrt Trifonov mit Beethovens Rondo für Klavier und Orchester in B-Dur WoO 6 zurück.
Die Berliner Barock Solisten musizieren unter der Leitung des Geigers Gottfried von der Goltz. Ihr differenzierter Umgang mit historischen Aufführungstraditionen verleiht diesem Programm seinen besonderen Charakter.
23. Februar 2027















