Aufgetischt eröffnet faszinierende Einblicke in Esskulturen aus aller Welt. Historische Tafelsitten, außergewöhnliche Objekte und zeitgenössisches Design zeigen, wie eng Kultur und Nahrung miteinander verbunden sind.
Was verraten goldene Prunkschalen, persönliche Bestecke oder ein „römisches Taschenmesser“ über vergangene Gesellschaften? Die Ausstellung „Aufgetischt“ im Schmuckmuseum Pforzheim zeigt, wie eng Esskultur, Macht, Identität und Alltag miteinander verbunden sind – und lädt zu einer Reise durch die Geschichte des gemeinsamen Speisens ein.
Zwischen historischen Kunstwerken, ethnografischen Objekten und zeitgenössischem Design eröffnet die Schau neue Perspektiven auf Nahrung als kulturelles Phänomen. Essen erscheint hier nicht nur als Notwendigkeit, sondern als Ausdruck von Ritualen, sozialem Status und gesellschaftlichem Wandel.
Esskultur im Wandel der Zeit
Aufwendige Bankette dienten europäischen Fürstenhäusern einst als Bühne für Macht und Repräsentation. Persönliches Besteck war bis ins 18. Jahrhundert ein Statussymbol, bevor einheitliche Tafelservices im Barock in Mode kamen und mit der Industrialisierung zunehmend verbreitet wurden.
Gleichzeitig veränderten Handel, Migration und Entdeckungsreisen die europäischen Speisepläne grundlegend: neue Gewürze, Früchte und kulinarische Gewohnheiten fanden ihren Weg auf die Teller und beeinflussten dauerhaft Essgewohnheiten und Tischrituale.
Schrift, Design und Alltagskultur am gedeckten Tisch
Die Ausstellung bringt historische Goldschmiedekunst, ethnografische Kostbarkeiten, zeitgenössisches Design und Objekte der Alltagskultur in einen spannenden Dialog. Eine multimediale Installation unter dem Titel „Tischlein deck dich“ erweitert die klassische Ausstellungserfahrung um digitale Elemente und macht die kulturelle Bedeutung von Nahrung sinnlich erfahrbar.
Warum „Aufgetischt“ sehenswert ist
Wer sich für Kulturgeschichte, Design oder gesellschaftliche Entwicklungen interessiert, entdeckt hier weit mehr als Tischkultur. Die Ausstellung zeigt, wie Essen Menschen verbindet, Traditionen prägt und soziale Veränderungen sichtbar macht – ein Thema, das heute aktueller denn je ist.
Denn Kultur geht schließlich auch durch den Magen.
25. Oktober 2025 bis 19. April 2026



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