Mit Engelbert Humperdincks „Dornröschen“ bringt die Hamburgische Staatsoper im November 2026 eine heute nur selten zu erlebende Märchenoper auf die Bühne. Die Geschichte kennt nahezu jedes Kind – doch Humperdincks musikalische Version steht bis heute deutlich im Schatten seines Welterfolgs „Hänsel und Gretel“. In Hamburg wird das Werk nun als multimediales Familienereignis wiederentdeckt, das Oper und Animation miteinander verbindet.

Die Geschichte beginnt mit einem großen Fest: Nach langer Zeit des Wartens haben König und Königin endlich eine Tochter bekommen. Zur Taufe der jungen Prinzessin werden die guten Feen eingeladen, die dem Kind ihre Gaben mit auf den Lebensweg geben sollen. Doch eine Fee wurde vergessen – und aus ihrer Kränkung entsteht jener Fluch, der das weitere Schicksal Dornröschens bestimmen wird.

An ihrem 15. Geburtstag soll sich die Prinzessin an einer Spindel stechen und sterben. Eine der guten Feen kann den Fluch zwar nicht vollständig aufheben, aber zumindest abmildern: Dornröschen wird nicht sterben, sondern gemeinsam mit dem gesamten Hofstaat in einen hundertjährigen Schlaf fallen. Erst danach scheint mit einem Prinzen die ersehnte Erlösung möglich.

Engelbert Humperdinck komponierte seine Märchenoper zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wie bereits in „Hänsel und Gretel“ verbindet er dabei die vertraute Welt des Märchens mit einer farbenreichen spätromantischen Musiksprache. Die bekannte Erzählung wird so zum Ausgangspunkt für ein Musiktheater, in dem fantastische Figuren, große Gefühle und die Kraft der Fantasie aufeinandertreffen.

Für die Neuproduktion der Hamburgischen Staatsoper übernimmt Anna Bergmann die Regie. Gemeinsam mit ihrem Team entwickelt sie eine multimediale Inszenierung, die Tradition und Animation miteinander verbindet. Dabei wird die bekannte Geschichte zugleich aus heutiger Perspektive betrachtet: Das junge und das alte Dornröschen laden dazu ein, das Warten auf den erlösenden Prinzen hinter sich zu lassen und stattdessen den Weg in die Selbstbestimmtheit zu suchen.

Die musikalische Leitung übernimmt Markus Poschner, die Bühne gestaltet Jo Schramm. In der umfangreichen Besetzung sind unter anderem Elbenita Kajtazi, Nicole Heesters, Franziska Machens, Tim Porath, Oleksiy Palchykov, Philipp Pleßmann und Katja Pieweck zu erleben. Hinzu kommen Tänzerinnen und Tänzer der Ballettschule des Hamburg Ballett sowie Chor und Philharmonisches Staatsorchester Hamburg.

So wird aus dem bekannten Märchen nicht nur eine musikalische Wiederentdeckung, sondern zugleich eine Geschichte über Fantasie, Selbstbestimmung und den Mut, das eigene Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Premiere 8. November 
weitere Aufführungen: 9., 14., 22. und 28. November sowie 1., 7. und 12. Dezember 2026 und 14. Dezember 2026 

www.die-hamburgische-staatsoper.de